| Erstellt von Michael Seiß

Hochstubaihütte

Frisch gewagt, war voll gewonnen –
oder wie in einem verregneten Sommer tolle Bergerlebnisse möglich werden.
Wetterbericht von Mittwoch 13.08.: „Der August schafft nur noch 14 Grad. Nach Süden hin
zeigen sich vermehrt kompakte Wolken mit teils kräftigem schauerartigen Regen, der vereinzelt
auch gewittrig ausfällt. Höchstwerte liegen bei herbstlich kühlen 14 Grad am Alpenrand.“
Wetter am 14.08.: „Dem Sommer geht immer mehr die Luft aus;“ am Freitag 15.08.: „Nichts für
schwache Nerven; schauerartiger, örtlich auch gewittriger Regen, Tiefstwerte 7 Grad im Allgäu.“
Aber wir hatten starke Nerven und sind am Samstag früh, mit zwei vollbesetzten Autos ins hintere
Ötztal nach Sölden gefahren, denn zum Abend hin sollte der Regen von Westen her nachlassen und
sich das Wetter vorübergehend beruhigen. Der Aufstieg zur Hochstubaihütte gestaltete sich dann
auch durchwachsen, mit ab 2600 m Schnee- und Graupelschauern im Aufstieg und
kontinuierlichem Schneefall bis zum Abend.
Doch am nächsten Morgen war kein Wölkchen mehr am Himmel zu sehen und wir konnten einen
faszinierenden Sonnenaufgang in grandioser Hochgebirgs-Schneeland erleben. Einige von uns
haben sich noch in der Dämmerung noch vor dem Frühstück zum nahe gelegenen Gipfel
aufgemacht, die anderen haben später im vollen Sonnenschein die Gipfelaussicht genossen. Ich
denke die Fotos sprechen für sich und laden ein, mutig auch bei unsicherem Wetter aufzubrechen;
natürlich nicht allein oder zu schwierigen Kletter-oder Gletschertouren, aber in der Gruppe und mit
kundigem Führer sind gerade bei durchwachsenem Wetter oft erlebnisreiche Hüttentouren und
spannende Wanderungen – sogar mit Bad im See beim Abstieg - möglich.
(Michael Seiß, Fachübungsleiter Bergsteigen und Organisator der Tour zur
Hochstubaihütte, höchstgelegene DAV-Hütte in den Stubaier Alpen, 3173 m)