| Erstellt von Sepp Müller

Skitourengrundkurs vom 12.-15. Februar  2015 

1.  Tag Donnerstag der 12. Februar 

Treffen um 8 Uhr in Raubling am Sportplatz. Wir fuhren mit einem Kleinbus den eine Teilnehmerin gestellt hat ins Windautal mitten in den Kitzbühler Alpen.  
Nach Ankunft am Gasthof Steinberg, das auch unsere Unterkunft für die nächsten Tage war, ging die Ausbildung gleich los. 
Da bei den Teilnehmern Neueinsteiger im Skitourensport dabei waren, sind die ersten Ausbildungsinhalte das Anziehen der Skitourenschuhe und wie man die Felle an die Ski aufzieht.  
Nach der VS-Kontrolle ging es dann gleich auf unsere erste kleine Skitour. Nach den ersten Gleitversuchen ging es über die ersten Hänge hinauf zu einem steileren Absatz bei dem wir einen kleinen Parcours einrichteten mit Bogentreten, Spitzkehren und abfahren mit Fellen.    
Danach ging es hoch bis zur Scheibenschlag Niederalm. Bei der wir nach einer kleinen Pause Übungen zur Verschütteten suche machten. Es wurde ein kleines Lawinenfeld angelegt und dort einen Einfachverschüttung simuliert. Nach einer kleinen Einweisung war jeder Teilnehmer dran das versteckte Säckchen mit dem VS-Gerät zu suchen. 
Der letzte Teil der Ausbildung an diesem Tag war die Abfahrt im Gelände und wie dies in einer Gruppe organisiert wird. Für diese Übung gingen wir weitere 200 hm bergauf um genügend Abfahrtshöhenmeter zu haben. Eine Teilnehmerin hatte große Schwierigkeiten im Gelände abzufahren, aber nach einigen Tipps wie man sich auf den Ski stellt und das Gelände ausnutzt wurde auch für sie die Abfahrt machbar.   
Wieder am Gasthof angekommen bezogen wir die Zimmer und verabredeten wir uns zum Abendessen. 
Nach dem Abendessen zogen wir uns in das Fernsehzimmer zurück um nochmal über den Tag zu reden und den nächsten Tag vorzubereiten mit dem Thema Orientierung. 

2.  Tag Freitag der 13. Februar 

Das Frühstück war reichhaltig und vielseitig. Teewasser für die Tour war im Halbpensionspreis inklusive.  
Diesen Tag ging es auf die andere Seite des Tales in Richtung Steinberg. Wir gingen im Talgrund Richtung Süden bis zum Abzweig der Route zum Steinberg. Am ersten Hang eine Wiederholung, wir übten Spitzkehren.  
Im weiteren Verlauf der Tour wurden Ortsbestimmungen durchgeführt, dabei benötigten wir die Alpenvereinskarte von unserem Tourengebiet, einen Kompass und den Höhenmesser. Parallel wurde ein GPS-Gerät eingesetzt. Um auch diese Variante der Orientierungsmöglichkeiten kennen zu lernen. Der erste Orientierungspunkt war in der Nähe der Wallernalm ein weiterer Orientierungspunkt bei der Unteren Steinbergalm. Die Teilnehmer haben in kleinen Gruppen die Orientierungsaufgaben gelöst. 
Bei der Oberen Steinbergalm wurde wieder ein Lawinenfeld angelegt um eine Mehrfachverschüttung zu simulieren. Zuerst wurde die Suche nach einem Verschütteten wiederholt dabei wurde bei den einzelnen Teams die Zeit bis zum Finden des VS-Gerätes gestoppt. Im Zweiten Abschnitt wurden dann zwei VS-Geräte in kleinen Säckchen vergraben um auch eine Mehrfachverschüttung zu simulieren. Jetzt wurde in kleinen Teams gesucht, mit den modernen Dreiantennengeräten mit Anzeigen der Anzahl an Verschütteten und Markierungsfunktion war das für die Teilnehmer eine machbare Aufgabe. Bei einer Teilnehmerin haben wir dann auch noch die „Dreikreismethode“ durchgespielt um auch dieses Verfahren kennen zu lernen. 
An diesen Tag gingen wir anschließend bis zum Gipfel des Steinbergs. Mit einer kleinen Gipfelrast. Bei der Abfahrt hatten wir richtig schlechten Schnee. Hartgepresste alte Spuren und Bruchharsch, zum Skifahren schlecht für die Ausbildung gut, da jetzt jeder lernen konnte mit diesen widrigen Bedingungen umzugehen. 
Am Abend gab es wieder ein reichhaltiges Abendessen im Gasthof. Dabei wurden viele Themen diskutiert und es wurde auch viel gelacht.  
Um 20 Uhr zogen wir uns wieder zurück in das Fernsehzimmer und es wurde eine kleine Einführung in die Lawinenkunde und Tourenplanung  unterrichtet. Einer der Teilnehmerinnen war der lange Tag recht anzumerken sie war sehr müde.  Es wurde auch das Ziel für den nächsten Tag besprochen.

3.  Tag Samstag der 14. Februar 

Ach am Samstag Frühstückten wir ausgiebig. Einige der Teilnehmer haben aber bereits vor dem Frühstück ihre Tourenausrüstung komplett hergerichtet mit Fellaufziehen an den Skiern.    
Am Start dieser Ausbildungstour war wieder die VS-Kontrolle die diesmal ein Teilnehmer durchführte. Heute war jeder Teilnehmer einmal an der Reihe voraus zu gehen und dort den richtigen Weg zu finden eine vernünftige Tourengeschwindigkeit vorzugeben und eine möglichst gleichmäßige Spurenanlage in den Schnee zu setzen. Unser Ziel war der Ramkarkopf über die Niederkaralm. Bei dem Aufstieg sind wir zuerst über bekanntes Gelände aufgestiegen am Abzweig zur Niederkaralm wurde nochmal die verschiedenen Wege die hier möglich sind besprochen. Im weiteren Verlauf der Tour kamen wir an den Steilhang den wir bereits am Vorabend in der Karte besprochen haben.  
An einer geeigneten Stelle maßen wir die Hangsteilheit mit verschiedenen Methoden, wie mit unseren Skistöcken und mit der Snowcard. Dann wurde die Lawinensituation besprochen können wir über diesen Hang  aufsteigen oder ist es zu gefährlich. Wir hatten jetzt alle Daten um eine einfache Beurteilung durchzuführen. Wetterbericht, Lawinenlagebericht, Hangsteilheit, Hangexposition, Steilheit des Hanges, Höhe des Hanges über dem Meeresspiegel und die Ausmaße des Hanges sowie die Beobachtungen auf unserer Tour. 
Wir kamen zu dem Endschluss wir können über den Hang aufsteigen und weiter zu unserem Gipfel gehen.  
Im Hang wurde eine Spur von einem Teilnehmer angelegt bei der wir auch unsere Spitzkehren von den Vortagen wieder üben konnten. Es war eine sehr anstrengende Spurarbeit da noch keine alte Spur zu Verfügung stand und der Hang doch an die Hundert Höhenmeter hatte.  
Im weiteren Verlauf der Tour wurde das Gelände wieder flacher, aber die Spurarbeit blieb unserer Gruppe erhalten. 
Am Joch zwischen Ramkarkopf und Wiesboden entschieden wir uns für den kleineren von den beiden und stiegen die fünfzig Höhenmeter zum Wiesboden auf und ließen den Ramkarkopf für heute aus. Einer der Teilnehmer war zu diesem Zeitpunkt schon sehr erschöpft und machte seine Pause im Joch. 
Heute hatten wir bei der Abfahrt mehr Spaß da die Route im Schatten vom Steinbergstein lag und deshalb noch viel Pulverschnee bot. Im oberen Teil gruben wir noch einen Schneeblock aus um einen  Kompressionstest zu machten. Dabei stellten wir fest, dass keine Schwachschicht an dieser Stelle zu finden war. Unserem angeschlagenen Teilnehmer ging es auch nach mehreren Pausen nicht besser, so beschlossen wir ohne weitere Ausbildungsstopps ins Tal zu fahren um zu unseren Quartier zukommen.  
Mit vielen kleinen Pausen und zum Schluss der Befreiung von seinem Rucksack konnte er selbständig bis zum Gasthof abfahren. Da sich sein Zustand im Quartier nicht besserte, wurde er aus Sicherheitsgründen in ein Krankenhaus gebracht. 
Nach dieser Aufregung und erste entwarnende Meldung aus dem Krankenhaus konnten wir unser Abendessen das wiederum recht üppig ausfiel genießen. Im Anschluss wurde dann noch die Abschlusstour für Sonntag besprochen.

4.  Tag Sonntag der 15. Februar

Das Ziel dieser Abschlusstour war der Steinbergstein. Den die meisten Teilnehmer am ersten Tag des Kurses als unerreichbares Ziel ansahen.  
Bei dieser Tour ist alles geboten, um das zu vertiefen, was wir in den vorherigen Tagen gelernt haben. Zeitplanung, Ausrüstung, Orientierung, Checkpunkt mit Steilhang und die verschiedenen Kurventechniken im Aufstieg wie bei der Abfahrt. 
Los ging‘s wie immer mit dem VS-Test den natürlich wieder ein Teilnehmer des Kurses durchführte. Danach kamen die meisten Teilnehmer dran voraus zu gehen, um den Weg zu finden, Pausen zu gestalten und zusammen zu helfen wenn einer/eine in der Gruppe Schwierigkeiten hatte.   
Es stellte sich raus das unser Zeitplan gut zu machen war und die Skitour mit ihren knapp 1400 hm als Tagestour durchzuführen.  Die Schlüsselstelle mit dem Steilhang kurz vor dem Gipfel, konnte auch mit geringem Risiko durchstiegen werden, so dass wir alle auf dem flachen Gipfelplatz am Kreuz anschlagen konnten. 
Nach einem ausgiebigen Fotoshooting  fuhren wir wieder über unsere Aufstiegsroute ab. Bei dieser Abfahrt hatten wir wieder verschieden Schneearten bei den einen hatten wir Spaß bei den anderen ging‘s nur darum sturzfrei runter zu kommen. 
Am Parkplatz beim Gasthaus wurde noch eine kleine Schlussbesprechung durchgeführt und anschließend gingen wir ins Gasthaus für eine kleine Pause bei Kaffee und Kuchen. 
Die Heimfahrt war dann problemlos, da wir nicht in das berüchtigte Skifahrerverkehrschaos gerieten.  
Während des Kurses hatten wir jeden Tag schönes, sonniges Wetter da hat der Kurs für meine Teilnehmer und mich gleich viel mehr Spaß gemacht. Meine Hoffnung/ mein Wunsch ist, dass die Teilnehmer nach diesem Kurs anfangen, im offenen Skitourengelände kleinere Touren selbständig durchzuführen und nach einiger Zeit, vielleicht den einen oder anderen weiterführenden Kurs belegen.