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Sepp hatte sich auch für dieses Jahr wieder eine interessante Tourenwoche in den Westalpen ausgesucht, diesmal in der Monte Rosa Gruppe. Als Belohnung durfte er auch gleich den Fahrdienst übernehmen. Am Sonntag Anreise über Gardasee und Mailand Richtung Aostatal und dann ab ins Lystal. Um keinen Stress aufkommen zu lassen und die Akklimatisation langsam anzugehen, übernachteten wir in der Ortschaft Gaby. In unserem Hotel fühlten wir uns wie Jungspunde, da der Rest mehr oder weniger im Rentenalter war. Im Lystal gibt es noch deutsche Sprachinseln, sogenannte Walsersiedlungen, auf die deutsche Schilder hinwiesen. |

Unser Stützpunkt Gnifetti-Hütte
Für Dienstag hatten wir als Eingehtour die Vincentpyramide und den Balmenhorn vorgesehen. Aber die Wetterstörung hielt sich hartnäckig und Nebel und Wind ließen uns morgens in der Hütte verharren. Um 10 Uhr starteten wir dann einen Versuch Richtung Punta Giordani, einem Vorgipfel im Südostgrat der Vincentpyramide. Da sich das Wetter nicht besserte, blieb es beim Versuch, aber wir hatten zumindest eine Bewegungstherapie für diesen Tag. Abends lockerte die Bewölkung auf und versprach gutes Wetter für die nächsten Tage. Am Mittwoch ging’s um halb 5 Uhr los. Der erste Abschnitt auf den Lyskamm war etwas steiler, aber nach 1 ½ Stunden bewältigt. Die ersten Sonnenstrahlen auf den MontBlanc fesselten dann unsere Blicke.
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Blick auf Zumsteinspitze (links) und Signalkuppe (rechts)
Nach 3 ½ Stunden hatten wir dann unser höchstes Tagesziel erreicht. Die Zumsteinspitze auf 4563m, mit einer kleinen Madonna geschmückt. Nur die Nachbargipfel Nordend 4609m und die Dufourspitze 4634m überragten noch unseren Berg. Die Aussicht war fantastisch, wie z.B. auf das Matterhorn und Dent Blanche.
Wir stiegen 100 Höhenmeter zurück auf den Sattel und in einer halben Stunde auf der anderen Seite hinauf zur Signalkuppe. Das Rifugio Margherita mit einem Observatorium am Gipfel ist mit 4554m die höchstgelegene Hütte Europas. Dort kauften wir uns ein Gipfelbier. Zu viert eine Flasche für 10€, der Alkoholspiegel hielt sich somit in Grenzen und der Abstieg war nicht in Gefahr.
Als nächsten nahmen wir uns die ausgefallenen Gipfel vom Vortag ins Visier. Fast auf dem Rückweg lag das Balmenhorn (4167m). Da er nach der Rangliste der UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme) aber nicht 30m höher als der angrenzende Sattel ist, gehört das Balmenhorn nicht zu den 82 eigenständigen Viertausender der Alpen. Zur Aufwertung des Berges thront eine überlebensgroße bronzene Christusstatue auf dem Felsen, die schon fast an die Copa Cabana in Rio erinnert. Des Weiteren befindet sich dort auch noch eine Biwakschachtel in der man in stürmischen Zeiten Zuflucht finden kann. Nachdem noch Reserven vorhanden waren, wollten wir uns nun die Vincentpyramide (4215m) auch nicht entgehen lassen. Noch mal 100 Höhenmeter runter und rauf und es war geschafft. Nach knapp 10 Stunden waren wir glücklich zurück an der Hütte. Super Wetter, beste Schneeverhältnisse, einfach eine wunderbare Tour! Am nächsten Morgen dann Abstieg mit teilweiser Lifthilfe und Rückfahrt. Herzlichen Dank an Sepp für die Tourenauswahl und die gute Führung. |