Sektion Rosenheim

DAV

des Deutschen Alpenvereins e. V.
   

Hochreichkopf 3008m von der Schweinfurter Hütte 2035m
am 09./10.08.2008

Tourenbegleiter: Conny Schmidt

Text: Conny
Fotos: Rita

Teilnehmer: Heike Marzalla, Vroni Stein, Rita Pfohl, Thomas Podrazka, Petra Steinberger

Das ursprüngliche Tourenziel war die „Hohe Geige“. Wegen Schlechtwettereinbruchs am Freitag und gemeldetem Schneefall bis ca. 2700m wurde umgeplant und das Tourenziel zur Schweinfurter Hütte im Stubai verlegt.

Dort hat man die Auswahl unter mehreren 3000ern wie Hohe Wasserfalle, Hochreichkopf, Zwieselbacher Roßkogel, Breiter Grießkogel (Gletschertour) und einigen niedrigeren Gipfeln und Scharten und kann sich ein Ziel nach den herrschenden Verhältnissen aussuchen.

Samstag, 09.08.2008:

In Rosenheim und bei der Fahrt ins Ötztal regnet es. Zumindest sind für den inneralpinen Raum Auflockerungen gemeldet. Darauf hoffen wir. Bereits am Parkplatz in Niederthai 1535m, den man von Umhausen erreicht, regnet es nicht mehr. Zur Schweinfurter Hütte 2053m führt ein flacher Anstieg, der größtenteils auf einer Forststrasse verläuft.

Die Schweinfurter Hütte (ehemals Guben-Schweinfurter-Hütte) wurde 2005 neu renoviert. Seitdem sind auch die derzeitigen Hüttenwirte die Familie Falkner im Einsatz, wobei die „Falkners“ mit einer sehr guten Küche aus regionalen Produkten („So schmecken die Berge“) und ihrer Gastfreundlichkeit den Aufenthalt zu einem Genuss machen.

Am Nachmittag steigen wir noch zur Finstertaler Scharte 2779m auf. Auf dem Weg treffen wir Kühe über Kühe in verschiedenen Größen und Farben. Ansonsten ist kaum jemand unterwegs.

 

An der Finstertaler Scharte zeigt sich das Wetter noch nebelig und kalt. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und wir haben Glück. Der Wolkenschleier löst sich für paar Minuten auf und wir können auf den Speichersee Finstertal und nach Kühtai schauen. Die Finstertaler Scharte ist ein Übergang mit Weg ins Finstertal und weiter zur Dortmunder Hütte im Kühtai.
Wir verbringen einen gemütlichen Abend auf der fast vollen Hütte. Einige der Gäste sind auf Höhenwegen von Hütte zu Hütte unterwegs und haben als nächstes Ziel die Pforzheimer Hütte im Gleirschtal oder die Winnebachseehütte.

Sonntag, 10.08.2008:

7.00 Uhr aufstehen. 8.10 Uhr Aufstieg zum Hochreichkopf 3008m. Den Hochreichkopf haben wir ausgesucht, da der Aufstieg landschaftlich sehr schön ist, durch Wald und vorbei an Bergbächen, Seen, interessanten Felsblöcken führt. Am Anfang gehen wir fast auf gleicher Höhe zur sehr schön gelegenen Finstertaler Alm (2142m). Kaum sind wir in der Sonne, wird die Kleiderordnung geändert. An der Hütte war es noch recht frisch. Anders jetzt: wer hat, holt die kurzen Hosen raus.

Nun geht es rechts in steile Latschenhänge, bevor man schräg nach links zum Steinkarferner quert, durch dessen starken Rückgang zwei kleine Seen entstanden sind. Auch hier lässt die Klimaerwärmung grüßen. Vor uns liegt nun der steile etwas rutschige Aufstieg zur Hochreichscharte (2912m) über den „Schinder“. Von dort sind es noch wenige Minuten zum Gipfel.

Auf dem Hochreichkopf angekommen, erschließt sich eine tolle Aussicht auf unzählige bekannte und unbekannte Berge. Und… wir haben Traumwetter. Einige Bergsteiger kommen von der anderen Seite des Berges. Von Kühtai durch das Längental führt nämlich ein versicherter Steig mit spärlicher Drahtseilsicherung herauf.

Wir genießen die Aussicht, die Brotzeit, das Wetter. Für den Abstieg haben wir uns eine Variante ausgesucht. Wir steigen den „Schinder“ nach der Hochreichscharte wieder ab und queren auf ca. 2600m hinüber zur Längentaler Scharte (2654m), in deren Nähe die zwei schönen Längentaler Seen liegen. Zwei unserer Mädels nutzen die Gelegenheit, in einem der kalten Seen (geschätzte 8 Grad) zu baden.

Von den Seen nehmen wir einen wenig begangenen Steig (Rot-Punktmarkierung) bergab, der uns nach ca. 45min wieder auf den Aufstiegsweg bringt.Nach einer langen Rast vor unserer Hütte in der Sonne und nochmaliger Schlemmerei steigen wir zum Parkplatz nach Niederthai ab.

An den Autos verabreden wir uns noch, einen kurzen Autostop an der Aussichtsplattform zum Stuibenfall zu machen (höchster Wasserfall Tirols). Direkt neben dem Wasserfall gibt es einen im Jahr 2008 eingerichteten Klettersteig (Kat. C), den man von dem Aussichtspunkt gut überblicken kann. Der Steig macht Eindruck……das wär’ mal was. Vielleicht, wenn wir das nächste Mal die Schweinfurter Hütte besuchen.