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Hüttenruhe jetzt ab Mitternacht
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Seit gestern, 1. Januar 2008, gilt die neue Regelung: Allgemeine Hüttenruhe erst ab Mitternacht. Bisher mussten bereits um 22 Uhr die Lichter auf den Hütten gelöscht werden.Diese wegweisenden Beschlüsse fasste die Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins bereits am 9. und 10. November in Fürth. Dies hat Auswirkungen auf die heimischen Hütten. Rosenheim/Fürth - Mit der Regelung hat der Alpenverein vor allem den Wünschen jüngerer Bergwanderer Rechnung getragen, die schon lange forderten, die starre 22-Uhr-Regelung aufzuheben. «Gerade, wenn es am Schönsten ist, heißt es, Licht aus und in die Schlafräume», war das Argument, auf das nun der Alpenverein einging. Natürlich bleibe es den einzelnen Wirten überlassen, wie sie auf ihrer Hütte die Hüttenruhe individuell regeln wollen, hieß es. Hier gebe es ja erhebliche Unterschiede. Eine Hochgebirgshütte mit Bergsteigern und Wirtin und Wirt, die früh raus müssten, erfülle andere Kriterien, wie etwa eine Hütte im Alpenvorland. Weiter wurden in Fürth unter anderem die Mehrjahresplanung bis 2011 mit den Schwerpunktthemen Bergsport, Hütten und Wege und die Neufassung der Hütten- und Gebührenordnung beschlossen. Außerdem wird der DAV künftig beim Neubau von Klettersteigen lenkend eingreifen. Grundlage dafür ist der «Kriterienkatalog für den Neubau von Klettersteigen». Zudem beschlossen die Vertreter der 354 DAV-Sektionen, zu einem einheitlichen Übernachtungstarif in den 600 Berghütten des Deutschen sowie des Österreichischen und des Alpenvereins in Südtirol zurückzukehren. Zur Hüttenruhe meint Franz Knarr, Erster Vorstand der 1878 gegründeten Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins, die das Hochrieshaus und das Brünnsteinhaus betreibt: «Die neue Regelung hat sicher einiges für sich. Die Handhabung der Hüttenruhe hängt aber auch von der Struktur der Hütte und des Wandergebiets ab. So ist in den Voralpen sicher einelockerere Vorgehensweise denkbar, als auf Hochgebirgshütten, auf denen die Ersten schon um drei oder vier Uhr wieder aufstehen.»
Heinz Meyerl, der mit seiner Lebensgefährtin Monika Wallner seit vier Jahren die 1569 Meter hoch gelegene Hochrieshütte am Gipfel der Hochries betreibt, erklärt, Voralpenhütten seien oft anders strukturiert, darum habe er gegen eine Änderung der Hüttenruhe nichts einzuwenden. «Wir haben öfters Geburtstags- oder andere Feiern und da wollen die Leute lieber um Mitternacht, als um 22 Uhr in das Bett gehen. Man kann aber nicht alles in einen Topf werfen. Bei uns kommen 70 Prozent der Leute mit der Hochriesbahn herauf und das ist ein großer Unterschied zu einer Stützpunkthütte», so Meyerl. Die Hochrieshütte verfügt insgesamt über 50 Lager oder Betten und viel Platz für Tagesgäste. Sie hat das ganze Jahr geöffnet, vom 7. Januar bis 31. April ist Mittwoch und Donnerstag Ruhetag, sonst ist jeden Tag offen. «Da hat man natürlich auch Interesse daran, dass man nicht jede Nacht auf ist, denn wir müssen ja jeden Tag wieder raus», stellt Meyerl fest. Etwas anders sieht es da beim 1360 Meter hoch gelegenen Brünnsteinhaus aus. Sepp Wegscheider ist mit seiner Lebensgefährtin Petra Rotte seit sechs Jahren Hüttenwirt. Das Brünnsteinhaus hat 40 Lager und 20 Betten, ist außer Mitte März bis Ende April ganzjährig geöffnet. Es gibt keinen Ruhetag. Von Anfang November bis 26. Dezember ist die Hütte nur Samstag und Sonntag geöffnet. «Wir haben viele Kinder und auch Weitwanderer, die etwa die Via Alpina gehen. Da sind die nächsten Stützpunkte das Rotwandhaus auf der einen und das Spitzsteinhaus auf der anderen Seite weit entfernt. Diese Leute brauchen ihre Bettruhe, daher werden wir sicher nicht generell bis Mitternacht Betrieb auf der Hütte haben», so das Pächterpaar. Es sei auch tagsüber viel los und die Weitwanderer wünschten früh ihr Frühstück, da sei die Nachtruhe auch für das Personal einfach nötig.
Artikel im OVB am 2.1.2008 |