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OVB 14./15.8.2009 Mitglieder nur aus "besseren Kreisen"Nur wenige wissen heute noch etwas von der Geburtsstunde und der Geschichte des Deutschen Alpenvereins, der Sektion Rosenheim und der Hochries mit allen Höhen und Tiefen, gäbe es nicht Dieter Vögele, der in mühevoller Kleinarbeit ganze Berge von Dokumenten und Bilder zusammengetragen hat.
Buchautor Dieter Vögele (Zweiter von rechts) übergab Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Dokumentation über die Hochrieshütte für das Stadtarchiv, rechts im Bild der Samerberger Bürgermeister Georg Huber, links der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner. Foto Reisner Rosenheim/Samerberg - Die Erinnerungen an die wechselvolle Geschichte des Berges und des Alpenvereins stammen aus alten Vereinsaufzeichnungen, Zeitungen, von Privatpersonen, aus Fotoalben und dem Bayerischen Staatsarchiv. Einmal hat Vögele alte Aufzeichnungen förmlich aus dem Mülleimer gezogen. Das waren Gipfelbücher, die, als es noch keine Gipfelhütte gab, in einem Kasten am Gipfelkreuz zu finden waren. Vögele hat sie für die Nachwelt erhalten. Heute klingt es fast kurios, dass man bis in die 70er-Jahre hinein zwei Bürgen brauchte, um Mitglied des Alpenvereins zu werden. Man musste schon den besseren Kreisen entstammen, wollte man dazugehören. Das wohl berühmteste Mitglied war der Maler Wilhelm Leibl. Für ihn bürgte 1885 der damalige Vorsitzende, Dr. Julius Mayr. Beim Bau der Hochrieshütte 1913 gab es einen Kleinkrieg zwischen dem Alpenverein und dem TSV 1860 Rosenheim. "Der Baugrund gehörte der Sektion, der TSV wollte darauf eine Hütte für die eigenen Mitglieder bauen", so beschreibt es Vögele in seinem Buch. Eine gütliche Einigung setzte aber dann dem Streit ein Ende. Beide Vereine nutzten letztendlich Grundstück und Hütte gemeinsam. Sein über 1000 Seiten umfassendes Werk übergab Vögele an dem Ort, dem er lange Jahre viel Zeit gewidmet hat, nämlich auf dem Gipfel der Hochries. Erfreut nahm Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ein Exemplar für das Stadtarchiv entgegen. Sie war zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und dem Samerberger Bürgermeister, Georg Huber, zur Übergabe gekommen. jre
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Die Oberbürgermeisterin lies es sich nicht nehmen, zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Bürgermeister Georg Huber der Gemeinde Samerberg, zur Übergabe der Dokumentsammlung „Das Hochriesbuch“ auf den Gipfel des Rosenheimer Hausberges zu kommen. Dieter Vögele langjähriges Vorstandsmitglied und Schatzmeister der Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins hat in mühevoller Kleinarbeit Dokumente in Schrift und Bild auf 1053 Seiten zusammengetragen und die Geschichte der Hochrieshütte und das was sich um diese herum in den fast 100 Jahren ihres Bestehens ereignet hat festgehalten. Die Hochrieshütte ist ein Logenplatz auf dem Gipfel des Rosenheimer Hausberges. Eindrucksvoll der Blick über die liebliche Voralpenlandschaft mit Simssee, Chiemsee, dem Inntal und dem Rosenheimer Becken. |
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| Die Schau zum Kaisergebirge und in das Schnee bedeckte Hochgebirge ist grandios. Nach der Gründung der Sektion 1877 und Bau des Brünnsteinhauses 1894 errichtete die Alpenvereinssektion 1914 die erste Skihütte in den Bayerischen Voralpen, auf dem Hochriesgipfel. Zwischen 1903 bis 1912 begann die Erschließung des Hochriesgebietes mit dem Erwerb der Hochriesgrundstücke (130 Tagwerk), der Anlage von Bergwegen und der Bewirtschaftung der „Rosenheimer Hütte“ der Seitenalmen. |
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![]() 1914 - die erste Skihütte |
| Die Hüttenbesucher, Bergwanderer und Skifahrer wurden mehr, an guten Wintersporttagen waren es oft mehr als 2000 Personen, so dass 1934 ein Erweiterungsbau notwendig wurde. Mit 40 Notstandsarbeitern, gefördert in einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit, entstand ein Holzbau der den damaligen Ansprüchen bis in die 50er Jahre genügte. Nach den Kriegsjahren errichtet der langjährige Hüttenwirt Georg Seebacher zur Erleichterung der Versorgung der Hütte eine Materialbahn (Schwarzbau) von Grainbach zum Gipfel und für die Holzversorgung eine von Oberwiesen zum Gipfel. |
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![]() 1934 |
| 1958 war der Holzbau von Wind und Wetter so abgenutzt dass ein Ersatzbau aus Naturstein erfolgte. Mangels Geld mussten die sektionseigenen Grundstücke , der ganzen Nordhang einschließlich der drei Seitenalmen verkauft werden. |
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![]() 1958 |

1980 erfolgte der Abriss der alten Hütte und der Anbau der Rosenheimer Stuben. Bis heute werden laufend Verbesserungen, Verschönerungen und Modernisierungen, vorgenommen um den Ansprüchen der Erholungssuchenden und Bergsportler im Sommer wie Winter gerecht zu werden. Heute präsentiert sich ein stattliches Alpenvereinshaus das als Ausflugsziel aus der Region Rosenheim Land und Samerberg nicht mehr wegzudenken ist. 100 km Alpenvereinswege betreut, erhält und markiert die Sektion seit Jahrzehnten in uneigennützigem Einsatz ehrenamtlich.
In einer solchen Dokumentensammlung kommt man nicht an dem Thema Hochriesbahn vorbei. Bereits 1934 gab es die ersten Ansätze, im Zusammenhang mit dem Bau der Alpenstraße, eine Bergbahn zu errichten. Auch der Alpenverein stemmte sich damals bis in die 70er Jahre gegen ein derartiges Projekt bis es 1969/1973 dann soweit kam. Sessel- und Kabinenbahn wurden errichtet, viele finanzierende Privatinvestoren verloren dabei ihr Geld. Die Existenz der Bahn war immer wieder in Frage gestellt. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel und letztlich drohender Insolvenz ist seit Anfang 2009 die Sektion gemeinsam mit der Gemeinde Samerberg Eigentümer der Hochriesbahn. Die Bahn zu erhalten ist ihr Ziel. Aus der Sicht es Vereins um die naturverträglichste Ver- und Entsorgung der Hochrieshütte sicherzustellen aber auch, da die Bahn ja besteht, vielen nicht Berg erfahrenen und der älteren Generation das Erlebnis am Berg zu ermöglichen. Mit seiner Dokumentation, die allen Interessierten über Internet……… kostenlos zugänglich ist möchte Vögele den folgenden Generationen Ansporn geben, das von den Alpenvereinsvätern ererbte und übernommene, jeweils dem Zeitgeist entsprechend weiter zu pflegen und weiter zu entwickeln. Die OB bedankte sich für diese historische Arbeit und sieht sie als Bereicherung für das Rosenheimer Stadtarchiv. |
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