|
|
||||||||
|
|||||||||
|
|||||||||
Fotos und Bericht: Walter Rosenauer
…dass dieses Ausbildungsthema bei unseren Sektionsmitgliedern nicht zu den attraktiven Veranstaltungen zählen wird, habe ich schon bei der Gestaltung unseres diesjährigen Winterprogramms vermutet. Beschäftigt sich dieses Thema doch im Kern mit der unangenehmsten Situation, die im Winter am Berg eintreten kann. Die Bilder von Freizeit und Erlebnis, die wir vom winterlichen Gebirge in „unseren Köpfen“ abgespeichert haben, passen da nicht dazu. Sie sind aber gute Kameraden unseres meist gut entwickelten Verdrängungsmechanismus - und das ist gut so. Schließlich gehen wir ja aus Spaß an der Freude in die Berge! Trotzdem schadet es uns allen nicht, sich mit dem Ernstfall zu beschäftigen und so freut es mich, dass trotz der parallel laufenden Lawinenkurse die Ausbildung Verschüttetensuche mit einer kleinen aber feinen Gruppe an Interessierten zustande gekommen ist. Petrus war uns an diesem Tag sehr gnädig und so konnten wir uns schon beim Aufstieg ins Übungsgelände bei viel Sonne und angenehmen Temperaturen über Lawinen-klassifikationen und deren Erkennungsmerkmale sowie über Lawinen bildende Faktoren ausführlich informieren. Das Rotwandgebiet bietet hier die besten Geländevoraussetzungen: die Traversierung unterhalb des Wilden Fräuleins zeigte uns die, in diesem Bereich alljährlich bestehenden Gefahren des Wächtenbruches, der Triebschneeansammlungen und Windverfrachtungen in kammnahen Bereichen. Eindringlich weisen auch die aufgestellten Stoppschilder den Bergsteiger auf die bestehende Lawinen- und Lebensgefahr ab diesem Bereich hin. Wir nutzten die Gelegenheit, mit natürlichen und künstlichen Hilfsmitteln die Hangexposition und -neigung ausfindig zu machen, führten uns die Einflüsse des Windes vor Augen und marschierten schließlich weiter ins Übungsgelände zu den Schönfelder Almen.
In den Mulden unterhalb der Südhänge des Jägerkamps stand uns ideales Terrain für unsere Übungen der Verschüttetensuche zur Verfügung. Zunächst war die Funktions- und Bauweise der LVS-Geräte zu klären. Ich konnte die Teilnehmer über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Geräte informieren sowie die Sende- und Empfangsleistung aufgrund der unterschiedlichen Koppellagen demonstrieren. Aufbauend hierauf waren nun auch die Vorgehensweisen der Grob- und Feinsuche Einzeln/Gruppe und der Punktortung verständlicher und für jeden nachvollziehbar. Wir übten alle diese Suchstrategien ausführlich, besprachen Verbesserungen und optimierten individuell die Sucharbeit. So profitierten die Teilnehmer nicht nur durch Übung sondern auch durch Zuschauen, denn so manches wird im Eifer des Gefechtes übersehen.
Ins wirklich „Eingemachte“ ging es aber mit der 3-Kreis-Methode bei der komplexen Mehrfachververschüttung. Geräte der neuesten Generation distanzierten hier eindeutig die Geräte mit Analogtechnik in punkto Zeitgewinn. Mit den anschließenden Übungen des Sondierens und der Schaufeltechnik sowie der Vorgehensweise der Bergung und Erstversorgung des Verschütteten wurde der geprobte „Ernstfall“ abgeschlossen und beendet. Nach soviel Brainstorming war natürlich Bewegung angesagt und so bestiegen wir in der Nachmittagssonne noch den Gipfel des Tanzecks mit fantastischen Ausblicken auf den Alpenhauptkamm.
Zum Schluss: Was bleibt? „Der Zufall hat Methode!“ Dieses Original-Zitat von Werner Munter sollte sich jeder zu Herzen nehmen. Selbst wenn wir das Risiko durch gekonnte Routenplanung und Routenwahl auf unter 1 Prozent reduzieren können, bleibt die bestimmte Wahrscheinlichkeit eines Lawinenabgangs bestehen. Wir werden es nicht wissen wann. Durch das Training der Verschüttetensuche sind wir zumindest besser darauf vorbereitet. Und das gibt Sicherheit – nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Kameraden.
|