Sektion Rosenheim

DAV

des Deutschen Alpenvereins e. V.
   

Skitouren im Lungau 13.02.-16.02.2010

Tourenbegleiter: Manfred (Manni) Gottwald

Teilnehmer: Michael Ackermann, Martin Rapolder (Rappi), Martin Stemberger (Stemse), Ulrike Wimmer, Ingrid Embacher

Bilder und Text: Ingrid

lungau

Für die, die’s noch nicht wissen

Die Skitourenauswahl im Lungau ist riesig; vor allem können für jede Wetter- und Lawinenlage passende Ziele angesteuert werden, und so kam es, dass obwohl bis auf einen Teilnehmer alle schon mal im Lungau waren, bei der Fahrt im Februar 2010 ausschließlich „neue“ Berge bestiegen wurden. Die Gegend ist ruhig und ursprünglich, die Touren meist im mittleren Schwierigkeitsbereich und herrlich einsam, kurz und gut ideal geeignet für aktive Erholung.

Samstag, 13. Februar 2010

Wir starten um 07.00 h am P+R Parkplatz mit 6 Personen und 2 Autos. Die Fahrt läuft wie am Schnürchen, incl. einer Kaffeepause brauchen wir ca. 3 Stunden bis zu unserem Quartier, dem Grössinger Hof in Tamsweg. Nach freundlichem Empfang durch die Wirtin beziehen wir die Zimmer und machen uns dann auf zu unserer ersten Skitour, dem Gumma. Die Parkerei ist nicht ganz einfach, wir müssen einen Bauern fragen, ob wir die Autos an seinem Hof abstellen dürfen bzw. für ein Auto erst noch ein bisschen Platz freischaufeln. Dann geht es aber bei strahlendem Sonnenschein los. Stemse macht Piepserkontrolle und in gemütlichem Tempo steigen wir etwa 1150 Höhenmeter auf zum Gipfel des Gumma. Nach Gipfelrast schwingen wir durch nicht ganz so schönen Schnee wie erwartet hinunter zu einer bewirtschafteten Alm, wo wir uns stärken und die Sonne und schöne Aussicht genießen. Zurück im Hotel marschieren die vier Burschen in die Sauna und die Mädel’s aufs Zimmer. Um halb Acht geht’s dann zum Abendessen in ein Tamsweger Lokal. Der Abend-Ablauf wird in den nächsten Tagen fast ohne Veränderung wiederholt, ein Zeichen, dass alle zufrieden sind.

 

Sonntag, 14. Februar 2010

Das Ziel für heute ist die Viertelspitze. Ausgesucht von Stemse und von Manni aufgrund der Hangausrichtung, vorwiegend Norden, abgesegnet.

Der Einstieg in die Tour, Kirche, Brücke, Waldrand, ist markant und leicht zu finden. Dann wird es schwieriger. Skispuren sind keine da, obwohl es sich laut Führer um eine beliebte Tour handeln soll. Stattdessen sehen wir zahlreiche Wildspuren und -fährten und können ganz deutlich Fuchsgeruch wahrnehmen. Nach ein bisschen hin und her findet Manni dann doch den beschriebenen Ziehweg. Der anschließende Anstieg durch den Wald gestaltet sich abenteuerlich. Manni und Rappi spuren abwechselnd in sehr steilem, sehr dichtem Wald. Wir anderen gehen mehr oder weniger vergnügt und gespannt, ob dieser Anstieg wirklich zum Ziel führt, hinten nach. Manni ist sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein und er behält Recht. Wir steigen aus dem steilen Wald aus auf eine Forststraße. Schon kurz danach treffen wir auf eine fertige Aufstiegsspur, in die wir dankbar einschwenken und bis zum Skidepot, das sogar ein bisschen höher liegt als die Viertelspitze, nicht mehr verlassen. Stemse stellt fest, dass er heute anstatt der erwarteten 1100 hm 1200 hm aufgestiegen ist und weiss nicht so recht, ob er sich darüber freuen oder ärgern soll. Bei der Abfahrt gibt’s Pulverschnee satt und zufrieden kehren wir im Anschluss in einem sehr schicken Schuppen auf Kaffee/Bier etc. ein. Das Highlight der Schenke sind die Toiletten, die unbedingt alle anschauen müssen. Als wir die Übernachtungspreise hören sind wir uns allerdings ziemlich sicher, dort niemals logieren zu werden.

(Rosen-)Montag, 15. Februar 2010

Das Kleine Gurpitschek gibt sich nicht so widerspenstig wie das gestrige Ziel. Romantisch geht es erst durch lichten Lärchen- und Zirbenwald und später über freie Hänge zum Skidepot auf einen breiten Rücken mit fantastischer Rundumsicht. Manni, Rappi, Ulli und Ingrid steigen zu Fuß noch etwa 100 m auf zum Gipfel, der, den Hinterlassenschaften nach zu vermuten, gerne und häufig von Gamswild besucht wird. Zurück am Skidepot treffen wir wieder auf Michael und Stemse und machen uns fertig für die Abfahrt. Wieder erwarten uns so gut wie unverspurte Hänge und feinster Pulver. Unsere Herzen schlagen höher, es ist der pure Genuss.

(Faschings-)Dienstag, 16. Februar 2010

Nach Verabschiedung von der Wirtin packen wir unser Zeug ins Auto und fahren zum Ausgangspunkt unserer letzten Tour, der Aigner Höhe. Ein paar Kilometer geht es an einem Bach entlang mit nur wenig Steigung, dafür schön sonnig. Bei einer Alm machen wir Rast, dann geht’s zur Sache bzw. ordentlich den Berg rauf. Oben herrscht wieder traumhafte Fernsicht aber der Pulver lockt und so fellen wir zügig ab und stürzen uns hinunter. Spätestens heute gibt auch Ulli zu, dass Abfahren Spaß machen kann und kriegt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Wieder an der Alm angekommen steigen Manni, Rappi und Ulli noch auf den Schöpfing auf, während Stemse, Michael und Ingrid die Sonne und einen Ratsch mit einheimischen Skitourengehern genießen.

Schlusswort:

Mit viel Spürsinn, Geduld und ausgezeichneten Gebietskenntnissen führte uns Manni durch und auf ein paar Lungauer Berge. Die umstehenden Buckel nannte er uns beim Namen, schilderte und zeigte Aufstiegs- und Abfahrtswege und die besten Zeiten hierfür. In Gedanken konnte man so schon die nächsten Bergfahrten planen. Vielleicht wieder mit Manni, sofern er die „Lungauer“ im Programm behält?

Zum Schluss herzlichen Dank an Manni für die absolut gelungene Tourenwahl und die umsichtige Ausführung. Wir haben ein Rundum-Wohlfühlpaket bekommen und dieses sehr genossen.