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| Teilnehmer und Autoren: Conny, Karin, Gaby, Hannelore und Wolfgang |
Sonntag, 22.04.07Am Sonntag vier Uhr morgens war Treffpunkt in Pfraundorf am Park & Ride-Parkplatz für die Walliser Skidurchquerung „Kleine Haute Route“. Wolfgang hat sich liebenswerter Weise als Fahrer gemeldet. Er hat einen Bus mit Dachträger, in dem wir sechs Teilnehmer plus die viele Ausrüstung gut Platz hatten. Als fast alles gut verstaut war, fragte Christian so nebenbei, ob jeder seinen Ausweis griffbereit hat. Ha! … zwei erschrockene Gesichter - und schnell noch mal heim und die vergessenen Ausweise geholt. Gegen halb 5 Uhr konnten wir losfahren. Die 650 km lange Fahrt verlief problemlos über München, Bregenz, Zürich, Bern, Montreux nach Martigny. Dort stellten wir gegen 11 Uhr das Auto auf einen Coop-Parkplatz, wo man kostenlos auch über mehrere Tage parken kann.
Die Skitourensachen angezogen, die Ausrüstung gecheckt, alles noch mal richtig sortiert, den Rucksack gepackt und hergerichtet ging es zu Fuß in ca. 15 Min. zum Bahnhof von Martigny. Dort fuhren wir um 12:11 Uhr mit dem Zug inkl. kurzer Busfahrt aufgrund Schienenersatzverkehrs in Richtung Orsieres und stiegen in Le Chable kurz vor Verbier aus. Von Le Chable ging es mit dem Lift ins Skigebiet Verbier unserer ersten Unterkunft der Cabane de Mont Fort (2 457 m) entgegen, die noch im Skigebiet Verbier liegt. Nach zweimaligem Umsteigen sind wir zuletzt noch in einer riesigen Großraumgondel zum Col de Gentianes gefahren und haben zwischendurch bestaunt, wie wenig Schnee auch hier liegt. Vom Gipfel des Mont Fort (3 328 m), auf den man von dort einen tollen Blick hat, fand gerade ein Geschwindigkeitsrekord-Versuch eine beeindruckend steile Piste hinab statt. Es konnte jedermann teilnehmen. Wir schauten einigen Fahrern zu. 218 km/h hatte der Schnellste bis dahin geschafft. Nicht übel, dachten wir. Ist aber für uns nun wirklich nichts.
Die Abfahrt zur Cabane de Mont Fort auf den Pisten des Skigebietes war nicht sehr lang, aber der schwere Rucksack drückte und man war dieses Gewicht ja (noch!) nicht gewöhnt. An der netten Hütte angelangt, die auf einem sehr schönen Platz liegt, bezogen wir unser Lager und setzten uns danach relaxt in die Sonne. Der Blick von der Hüttenterrasse ist gigantisch schön. Wir genossen diesen Ausblick und noch das eine oder andere teure Schweizer Büchsenbier und die Probier-Wurscht von Wolfgangs Metzger nicht zu vergessen. Christian zeigte uns die Scharte „Col de Chaux“ (2 980 m), die am nächsten Tag unser erstes Zwischenziel werden sollte und von der Hütte aus gut erkennbar ist. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend auf der nicht vollen Hütte und waren recht gespannt auf die nächsten vier Tourentage. |
Montag, 23.04.07
Unsere Tour beginnt an der Cabane de Monte Fort. Um 07:20 Uhr starten wir, super pünktlich wohlgemerkt! Nach dieser sehr gut geschlafenen Nacht müssen wir ja schließlich fit sein. Da die Hütte halb leer war haben Conny, Gaby und ich schon vorzeitig die Flucht ergriffen, bevor wir durch nächtliche Schnarchattacken gestört werden! Nun gut … zurück zur Tour, anfangs Querung des Skigebietes, weiter über das "Col de Chaux" Richtung Rosa Blanche (unser Gipfel für den heutigen Tag!). Unterhalb des Gipfels machten wir unser Skidepot, zu Fuß schnell auf den Gipfel und genossen die Umgebung bei super Sonne!
Nach kurzer Pause ging's frisch gestärkt zu unserem nächsten Etappenziel, der Cabane de Prafleuri. Jetzt war Piz Buin angesagt (O-Ton Christian). Wir hatten ja Zeit, da es erst 12:30 Uhr war! Also ganzer Nachmittag zur „freien“ Verfügung! Solche Nachmittage können schon recht lang werden, aber mit Kaffee und ein „paar“ Bierchen (die man-frau gut verträgt, grins) bekamen wir auch den Nachmittag rum.
Bis dann endlich das heiß ersehnte Abendessen kam. So haben wir unsere erste Strecke der Durchquerung gut überstanden! |
Dienstag, 24.04.07
Nach einem nicht gerade üppigen Frühstück steigen wir gegen 7 Uhr zum Col des Roux (2 804 m) auf. Unser Ziel ist heute die 2 928 m hoch gelegene Cabane des Dix. Das Bergwetter zeigte sich wie jeden Tag von seiner besten Seite, sodass uns auch der nicht gerade gführige Schnee nicht aus der Fassung brachte. Vom Col beginnt eine ewig lange Querpassage (ideal zum Blasenlaufen) zum Lac des Dix mit seiner angeblich höchsten Staumauer der Welt. Nochmal legen wir die Felle an und erreichen über den Pas du Chat den Cheilon Gletscher. Conny und Karin ziehen sich noch eine Fleißaufgabe rein und besuchen noch den Col de Cheilon. Der Rest der Gruppe genießt bei einem kühlen Bier die herrlichen Ausblicke zu den umliegenden Gipfeln mit ihren Gletschern. Auf der Hüttenterrasse lassen wir den Tag, unter den Beobachtungen von Conny mit den dazu führenden Kommentaren (in der Hoffnung, dass es zu keinem Einzelgespräche führe), fröhlich ausklingen. Nach einem nachschlaghaltigen Abendessen suchen wir zufrieden unsere Lager auf und denken schon an den nächsten Tag, der uns 1 400 Höhenmeter bescheren wird!
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Donnerstag, 26. 04 07Cabane de Bertol (3 311m): Wir stehen kurz nach 5 Uhr auf und genießen das vor allem aus löslichen (Kaffee-, Milch-, Kaba-, ...) Pulver bestehende Frühstück. Wasser zum Waschen gibt es nicht, und auch der luftige Gang auf das ammoniumdurchtränkte Klohäusl geht zwangsläufig zügig vonstatten. So brechen wir bald auf: Noch etwas müde und verschlafen, mancher motorisch noch unkoordiniert! Doch dieser Zustand ist nur von kurzer Dauer! Der Abstieg von der Hütte zum Skidepot über die fast senkrechte Eisenleiter – knappe 50 Hm hoch! – erfordert im 1. Licht des Tages so viel Konzentration, dass jeder nunmehr hellwach ist.
Wir fellen am Col de Bertol an und erreichen nach ca. 2 Stunden über den Glacier du Mont Miné unseren heutigen Gipfel, die Tête Blanche (3 724 m). Hier beginnt unsere letzte Abfahrt: über den Col de la Tête Blanche auf den Stockjigletscher, dann die steile Einfahrt auf den Tiefmattengletscher und schließlich über den Zmuttgletscher Richtung Zermatt. Traumhafte Hänge meist idealer Neigung, (überraschend) gut zu fahrender Schnee, vorbei an imposanten Eisbrüchen und schließlich – als das Wetter ganz aufreißt – Aug in Aug mit dem Matterhorn! Doch auch im Wallis hat der schneearme Winter seine Spuren hinterlassen!
Wir müssen auf ca. 2200 m unsere Ski abschnallen und gute 2 Stunden über zunächst holpriges Blockgelände nach Furi gehen – mancher auch stolpern! Von Furi bringt uns dann die Seilbahn ins blühende Zermatt hinunter, wo uns – Gott sei Dank! – der Coop vor dem Vertrocknen bewahrt! Weitere 2 Stunden Zugfahrt von Zermatt über Visp durchs Rhônetal nach Martigny – zu unserem Auto - ließen uns langsam von der Walliser Bergwelt Abschied nehmen. Allerdings – so haben wir beschlossen – nur einen Abschied auf Zeit! Wir kommen wieder!!! Fazit: Es war eine schöne genussvolle Skitourenwoche mit super Wetter und bester Stimmung. Wir haben viel gesehen und erlebt. Einen herzlichen Dank an Wolfgang fürs Autofahren und Fotografieren. Danke auch für das tolle Nachtreffen. |