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| Geleitet von Michaela Stark Trotz sehr unterschiedlichen Wetters konnten
- mit Übernachtung in Vent - zwei Höhenwege im Gebiet
der Wildspitze (3 772 m, höchster Berg Tirols) erfolgreich
begangen werden.
Teilnehmer: Dorle, Maria, Renate, Christine, Michaela, Walter, Jürgen, Gotthard, Uwe Text: Gotthard, Michaela Bilder: Jürgen,Gotthard |
| Samstag, 24.07.04
Panorama-Höhenweg: Tiefenbach - Vent (von 2 800 m auf
1 900 m); 11 km, 4 - 5 Std. Michaelas obligates Gesellschaftsspiel heut abend heißt "Unternehmensberatung", ja - wir helfen Jürgen unentgeltlich bei der Optimierung des Bergbahnenangebots im Rupertiwinkel. Man hat schon viel probiert doch nichts funktioniert. Mehr Preiss'n als da ankommen bringt man einfach nicht auf den Gipfel nauf. Strom machen ist einfacher - sagt Jürgen. Wir finden gleich mehrere Ideallösungen: Da gibts die Touri-Kanalisierung per Turnaround (auf Jiddisch: haste Pleite verpasst), also mittels Drehschwung-Kabine zwecks Gipfel-Express-Abhak-Option. Brauchst nicht aussteigen, wozu denn? Oder Gipfel-Wellness-Pool, Gipfel-Kindergarten... im Verbundtarif mit den Rosenheimer Stadtwerken. Flexibel voll! Jürgen will sichs überlegen (der gute Wille zählt). Jetzt geht's über das Reizthema "Bergausrüstung". Ich
platz heftig raus: ...und des kost hundert Eiro! Christine schaltet
sich dazwischen: "Du sagst immer Eiro! Wos is Eiro?" A Naturalienwährung
ebba? Naa, des wo de Jugo-Putzgeschwader "efro" dazu sagn. Aha,
de neimodischn Verdruß-Kohln, wo uns in Ruin treibn. Nach
dieser Klärung folgen weitere Ungewissheiten. Renate thematisiert
das Hochjoch Hospiz. Wieso nicht Hütte, was ist überhaupt
ein Hospiz?? "Das ist doch so ein Ort zum friedlichen Absterben"
- meint Jürgen. Aha, Ziel für eine Seniorenwanderung,
betreutes Erblassen im Hochjoch-Hospiz? Renate protestiert. "Das
hab ich aber nicht so gemeint" kommts auf Thüringisch daher.
Da Renate nicht grad riesig ist, glaubt jeder, man kann so Schabernack
mit ihr treiben. Aber Mitteldeutschland ist gut drauf im Gebirg.
Einschließlich Uwe, der begeistert von Achttausendern träumt,
wenn er nicht grad zwölf Stunden am Stück auf dem Straßenfertiger
sitzt. Der stinkt fürchterlich, der Fertiger, aber es bringt
Eiro. Uwe ist trotzdem happy und wir quatschen über Gott, die
Welt und die Scheißwirtschaft heute. Ein lustiger geselliger
Abend und ... der Rotwein schmeckt! |
| Sonntag, 25.07.04
Vent (1 900 m) - Rofenhöfe (2 014 m) -
Hochjoch Hospiz (2 413 m) - Vernagthütte (2 766 m) - Vent.
Heut früh hats zwei Stunden lang nicht geregnet sagt die Wirtin, das ist verdächtig. Tagesbefehl von Senora Commandante: Fünf vor acht auf der Terrasse antreten zum Abmarsch, wie ist egal. Das ist eindeutig. Auf diesen Schock hin gibts gottseidank erst mal ein sattes Frühstück mit leckerem, frischen Rührei plus Nachbestellung - alles (HalbePension) für 33 Eiro. Es regnet immer noch nicht - also antreten. Gruppenbild mit fünf Damen, Blitz und Selbstauslöser. Dann los. ![]() Leider wird's aufgrund der Wetterprognose nichts
mit dem geplanten Dreitausender (Wildes Mannle) und dem anschließenden
bekannten Seufertweg (Breslauer Hütte - Vernagthütte). Flexibel
- tolle Gruppe - starten wir eine Alternativtour :
Am mittelsteinzeitlichen Jägerkamp vorbei, durch Almwiesen und auf dem schwindelerregenden schaukelnden Drahtseil-Hängebrückerl ... ![]() ...wandern wir zum bescheiden-kleinen Feldkircherl neben dem pompigen Wellness-Bunker "Rofenhöfe" (höchstgelegene, ständig bewohnte Höfe Österreichs) mit Human- und Pony-Abteilung. Jetzt endlich reißt sich das Wetter ernsthaft zamm, der Planet siegt über die Regenfront und wir bekommen, wie im DAV-Programm angedeutet, Panorama pur. Ab jetzt ist Sonnenschutz angesagt! Ein Blütenmeer links und rechts des Weges lässt das Fotografenherz höher schlagen...
![]()
![]() Mittels hochgepflegter Balkenbrücken gehts über wild stürzende Gletscherbäche, vorbei an der Kreuzspitze. ![]() Im Anblick der kühnen Finailspitze gelangen wir langsam aber sicher zum am Vorabend vieldiskutierten Hospiz am Hochjoch. Unsere Eiro sind dort sichtbar investiert
- mit Dach und Kamin sind bereits glänzende Veränderungen
passiert. Hier nehmen wir ein betreutes Mittagsmahl ein; Weißbier
und Nockerlsuppe entsprechen voll dem Pflegestandard. Weil's uns
mit dem Vererben noch nicht so pressiert, verlassen wir diese
wohltätige Stätte umgehend, verzichten auf deren finale
Dienstleistung und wenden uns zurück Richtung Vernagthütte.
Unsere Senioren nehmen wir auch wieder mit, wir lassen hier nix
liegen.
![]() Nun folgt die landschaftlichste Strecke, der Weg steigt in neue Höhen, die Aussicht auf den Hintereisferner mit Weißkugel ist gigantisch. Bellavista und Ötzi's Biwakplatz werden sichtbar. Auf die Finailspitz könnt man noch eine Skitour machen, so steht sie da. ![]() Es gleißt und glänzt mit Fels, Blankeis, Schnee, Sonnenwolken, Wasserfällen. Weißspringende Bäche gegenüber fädeln sich gleich tausend Meter die Bergflanken hinunter; allerhand Blühendes steht in den Hochmatten und am brösligen Wegesrand; Türkenbund sogar. Hoch vor uns, zu Füßen der immer noch umwölkten Wildspitze, winkt die Breslauer Hütte herüber; ein etwas unscheinbarer Bau. Es sollte heut nicht sein, ein Besuch dieser Hütte also ein andermal. ![]() Wir nähern uns der Vernagthütte, eine Einkehr ist zeitlich leider nicht mehr drin und so leeren wir unseren Rucksackproviant bevor es heißt: "Von jetzt an geht's bergab - durchs Vernagt-
und Rofental Richtung Vent!"
![]() ... und mit dem "blauen Ötztaler" (Bus) lassen wir uns zu unserem Ausgangspunkt sprich unseren Autos nach Sölden bringen. Hier gibt's noch viele Lichtblicke nah und fern,
Traumwandeln. Das entschädigt uns für den gestrigen Regentag
gleich dreimal. Schön, wenn man's wieder schätzen kann!
Wir begießen's auf der Heimfahrt im Cafe "Flori" in Huben
- das muß ein g'standner alter Tiroler Schuppen sein. So ist
es auch; die freundliche Bedienung zaubert ganz rasch Apfelstrudl,
Gulaschsuppe, Hawai-Toast, Kaffee, Almdudler, Bier ... also viele
gute Sachen herbei - man kann sich hier wohlfühlen. "Nach 8
Std. Gehzeit habn ma uns des verdient!" Wir prosten aufs Wetter,
auf Michaela, ihre Idee, Organisation und ihren Regenzauber - dass
der aufg'hört hat!
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