Sektion Rosenheim

DAV

des Deutschen Alpenvereins e. V.
   

Wanderreise nach Samos , 4. - 11. Oktober 2004


Organisator und Reiseleiter: Kurt Möller

Bei idealem Wanderwetter konnten alle vorgesehenen Wanderungen auf der Insel durchgeführt werden: Dreidörferwanderung (400 Hm), Kastro Louloudes (600 Hm), Drakei (400 Hm), Profitis Ilias (500 Hm), Vigla (1400 Hm). Die Wanderungen führten auf drei Berge, darunter den höchsten Berg der Ägäis (Vigla) und machten insgesamt die vielfältige Berglandschaft und Kultur dieser ägäischen Insel (nur einer von vielen!) erfahrbar.

Teilnehmer: Helga Bachleitner, Traudl Bernth, Christl Birle, Erika Bohnheim, Uli Brodschelm, Marianne Ehle, Annemarie Ferber, Claudia Graw, Irmhild+Michael Keller, Olga + Harro Kranzbühler, Ingrid Herla, Kurt Möller, Roswitha + Helmut Opitz, Gerhard Schäfer, Maria Schwaiger, Margit Sondershaus, Ingrid+Gotthard Weiser, Sebastian Wierl.

Text: Gotthard Weiser

Bilder: Erika Bohnheim, Marianne Ehle, Gotthard Weiser

Montag, 4.10.: Anreise

Mit Bahn, Flugzeug und Bus zum Hotel Kalidon in Kokkari an der Nordküste von Samos. Das ist ein günstiger Ausgangspunkt für die meisten Wanderungen, sodaß nur an zwei Tagen Leihautos benötigt werden. Auch der Abflug verläuft fast optimal. Gotthard ist nicht nur angemeldet, sondern auch da, einfach so. Unser Frischling Gerhard hat im Handgepäck sein ganzes Werkzeug dabei, wie sonst immer. Nur eine harmlose Nagelschere... zurück marschmarsch durch die Kontrolle. Da treibt sich noch eine Nagelfeile zwischen der Brotzeit herum... nochmal retour. Die Geduld der Königlich Bayrischen Antiterroreinheit ist unerschöpflich. Ich schau kurz über den Röntgenkasten; da liegt ja eine boarding-card drauf ! Ist ja nur meine, hätt mirs denken können.
Der Flug an sich verläuft landschaftlich hervorragend mit göttergleichem Blick über hohe Tauern und die ägäische Inselwelt. Ein Eiland neben dem andern schwimmen sie, sonnenüberglänzt, in einem Meer aus Silber. "An den Küsten des Lichts", so ein Buchtitel - da wollen wir hin.


Hafen von Pithagorio

Die Landung ist etwas apart. Samos wird zuerst überflogen, dann umrundet, o'gschnittn, links oben lächelt der griechische Himmel, rechts unten streifen wir fast die Weinberge. Irgendwann muß diese Steilkurve zu Ende sein... ist auch tatsächlich der Fall. Bald danach sehn wir vom Terminal aus den nächsten Flieger hereinkurven - im Schleichgang mit Bodenfühlung wie eine fliegende Untertasse macht er zuletzt noch einen scharfen Hakl, setzt auf. Es sieht kriminell aus.


Ikonostase in Kokkari





Abends treffen wir uns zum ersten mal im "Ammos Plaz" bei der strengen Helena zum Essenfassen. Der vorbildliche Familienbetrieb - Söhne, Tochter, unsichtbarer Ehemann - hängt an Helena wie die Puppen am Faden. Sie hat's im Griff und ihr kommt nix aus ! Und was der Mo da zammbraut, kann man ganz gut genießen.
Dienstag, 5.10.: Dreidörferwanderung Vourliotes - Manolates - Stavrinides

Katzen auf Samos Im Urlaub bleibt der Alltag zuhaus - weit gefehlt. Unser Alltag beginnt beim Hotelfrühstück mit Kalidona. Wir sitzen noch garnicht richtig, da hockt sie schon - sehr schlank, getigert und mit Luchsaugen - zwischen unseren Stühlen, und eröffnet die Party sofort mit einem vorwurfsvollen "iiiiau". Ist sie sehr hungrig nach durchtollter Katzennacht, dann verliert sie die contenance und haklt nach der Wurscht oder gleich nach dem Finger. Schafskäs mag sie auch. Unsere Chefin sagt, es ist nicht gut die Katzen zu füttern. Kalidona aber weiß genau wo sie sich hinsetzen muß - zu Ingrid eben. Katzen sind hochintelligent beim Aufspüren von Schwächen. So wie das läuft, wird Kalidona ab heute unseren samiotischen Alltag bestimmen.

Man muß vorausschicken: an Möller'schen Perfektionsmaßstäben gemessen, ist diese Reise eine Expedition - Kurt hat nämlich noch nichts abgewandert, garnichts. Das kann was werden!

Zarte Blüten Nach den Olivenhainen gleich links oben hinter Kokkari geht's rechtshaltend durch karges, sommerlich trockenes und teils verbranntes Berggelände aufwärts. Hier hat es den ganzen Sommer lang nicht geregnet. Noch dazu gab es in 2000 ausgedehnte Waldbrände auf der ganzen Insel. Eine äußerst stachlige, mannigfaltige Distelflora strahlt ihren besonderen Reiz aus - vor allem aufs Hinterteil wenn welche sich einfach mal so hinsetzen.

Liliengewächs Dazwischen stehen tropisch-schöne, herbstzeitlosen artige Blüten isoliert auf magerstem Boden. Das Gestein ist merkwürdig; kompakter glatter Kalkfels durchsetzt mit mächtigen Lagen eines eigentümlichen Konglomerats aus weißen Kalksplittern. Dazwischen kreideartiger Kalk kompakt wie eine runde Glatze im Gelände. Gottseidank daß ich kein Geolog bin, sonst käm ich schon hier nicht mehr weiter.
Unten im Tälchen ein kleines Winzeranwesen inmitten seiner Weinberge. Es ist grad verlassen, der Winzerhund jault jämmerlich, Grillen singen betäubend und auch hier - zwei unvermeidliche Radler strampeln in der Hitze hinauf.

Kirche Nr. 2  in Paleochori Das erste bedeutendere Dörflein, Paleochori, erreichen wir nach einer guten Stunde. Es ist reizvoll winklig und besitzt einen Mini-Dorfplatz, "platia" heißt das. Auch besitzt man hier gleich zwei Kirchen, eine mit Wendeltreppe zum Glockenseil. Der Pope muß schlank und schwindelfrei sein. Natürlich gilt auch hier: Katzen überall. Aus jeder Tür und Gasse strömen sie haufenweis hervor: alle Farben, gepflegt oder struppig, vor allem junge. Viele von ihnen werden den Winter nicht überleben. Außerdem gewinnen ein paar besonders Neugierige von uns tiefe Einblicke in eine ausgestorbene Metzgerei, kenntlich an maschinellem Gerümpel und einer Art Saukopf in Plastik hinter der blinden Schaufensterscheibe. Bitte nicht genau hinschaun, was ich nicht weiß macht mich nicht heiß. Wir nehmen trotzdem einen Frühschoppen auf der baumüberschatteten Platia ein und bewegen uns weiter über Vourliotes, an einer kleinen frommen Kapelle vorbei nach Manolates und ohne weiteren Aufenthalt (erst marschieren, dann sumpfen! ) durch ausgedehnte Weinberge (mangelnde Brotzeit wird durch Mundraub ersetzt) zum heutigen Endziel Stavrinides. Dies besteht eigentlich nur aus einem Wirtshaus und wird von uns scharf gefordert.


Wir treffen hier Sabine aus Freiburg, die zum ersten Mal Urlaub von ihren Kindern nimmt. Ingrid, Erika und ich fahren in ihrem Jeep talwärts, um die kleine Feldkirche Agia Matrona zu suchen und - zu finden. Der immer engere und krummere Weg verlangt in der Tat einen Jeep und zwar einen schmalen. Sabine ist froh, daß wir sie um die Ecken lotsen. Da steht sowas wie eine Kapelle, mal sehn. Erst ist ein symbolisches griechisches Gatter zu öffnen und zwar bitte so, daß nicht gleich der ganze griechische Zaun auseinanderfällt. Der nämlich hindert, auch symbolisch, die darin enthaltenen Goaßn an der Flucht. Nach Überwindung der boandldürren Goaßn noch ein Gatter, nun könnten wir in das Kircherl hineingehn. Es ist NICHT zugesperrt, wir können - welch ein Wunder.

Die "Heilige Mutter" beeindruckt durch umfangreiche, gut erhaltene Fresken aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die ikonenhaften Bilder erzählen viel Alttestamentarisches von Abrahams Schoß, stellen den Glauben bildhaft vor. Da kommt plötzlich noch jemand herein, das muß wohl die Betreuerin der Goaßn sein. Sie bringt etwas Brennöl, zündet uns ein eigenes Lamperl an und schaut nach dem Rechten. Dann verschwindet sie wieder in ihren Goaßnstall gleich nebenan. Zu guter letzt spielt unsere kulturbeflissene Jeep-Pilotin noch auf ihrer Querflöte ein paar geistliche Melodien, die den kleinen Raum stark ausfüllen. Dann fährt sie uns direkt vor unsere Wanderherberge. Ja, was man unterwegs nicht alles für Leut trifft!

Abends, im Konkurrenzlokal "Dionysos", gibt es einen Erdstoß. Völlig undramatisch, es schwankt nur so a bisserl und man könnt meinen, es wär der Retsina. Daß aber alle gleichzeitig schwanken ?


Mittwoch, 6.10.: Potami - Drakei - Karlovasi

Auf dem Weg nach Drakei
Die bekannte Küstenwanderung zweigt bei Potami von der Küstenstraße ab (mit Linienbus zur geschäftigen Stadt Karlovasi, von dort per pedes zum Ausgangspunkt). Nach einem Stück Wirtschaftsstraße geht es erst - wie oft auf dieser Insel - durch picobello blankgekehrte Olivenhaine; man steht vor der Ernte, die durch Abschütteln erfolgt. Selbst in den steilsten Flanken im Kiefernwald liegen immer wieder kleine Ölbaum- Inseln, sehr gepflegt. Anschließend wandern wir auf schmalem Pfad über unwegsame Steilküste, landschaftlich sehr schön und hoch über dem Meer dahin.


Wir erreichen die Bucht Megalo Seitani, mit ein paar Häuserl. Einst wohl ein kleines Fischerdorf in der geschützten Bucht, dient sie heute dem Tourismus. Hier gibts einen wunderschönen, langen Strand mit körnigem Sand, kräftige Brandung zum Durchtauchen und großen Badespaß. Zwei gutgenährte Damen aus Holland schaukeln schon quietschvergnügt auf den Wellen; da wollen unsere Herren schon mithalten, als Wasserwacht.


Bucht von Drakei

Da wir uns heute immer noch nicht verirrt haben, sind wir zu früh zurück und machen noch einen Schlenker mit so ein, zweihundert Hm über einen Wald- und Ölgartenbuckel in eine Taverne im alten Paleo Karlovasi. Trotz vieler Gelegenheiten ist niemand falsch gegangen und so hockn wir wieder alle zamm beim Griechen zum Löschen. Hier hat paleo Giorgios alles im Griff. Höchst zufrieden kontrolliert er, wie sein junges Töchterl uns abkassiert. Er bündelt die Euro in seiner Pranke und sein Schnauzbart zittert vor Lust, wenn er an den überraschend erzielten Gewinn denkt.


Architektur in Paleo Karlovasi

Wir müssen noch, schlappschlapp, die Straße hinab zur Bushaltestelle. Der kommt erst in zwanzig Minuten... warten? Ätzend, kommt nicht in Frage. Einer meint, wir könnten leicht noch zum Hafen von Karlovasi fuaßln und dort einen besseren Bus erwischen - und schon sind alle furt, mit Kurt und ausnahmsweise ohne demokratische Abstimmung. Ein strategischer Fehler, wie sich bald herausstellt; die Küstenstraße zum Hafen zieht sich kilometerweit dahin; unser Bus überholt uns und vom Hafen fährt keiner mehr weg. Kurt entschuldigt sich zerknirscht - er hätte sich leider breitschlagen lassen. Da dies eine Expedition ist, gleichen wir das lässig aus und bestellen im Kramerladen ein Taxi. Zuwenig für 22 Leute... bald aber stehen alle Taxis von Karlovasi Schlange, um uns (preiswert) nach Kokkari zu kutschieren. Es ist ein Auflauf wie bei einer Hochzeit, DAS Stoßgeschäft vor Saisonabschluß. Abends gibts leckeren Schwertfisch beim Melitimi und der rote Samos schmeckt hervorragend, ohne Schwanken.

Donnerstag, 7.10.: Kastro Louloudes (600 m) - Kloster Vronda
Nochmal von Kokkari wie zu den drei Dörfern, dann aber bald links haltend über einen weiten Föhrenhang mit leuchtend grünen Aleppo-Kiefern hinan auf einen Sattel am Fuß eines steilen Felsgupfs, der die Reste der Fluchtburg Kastro Louloudes trägt. Oben haben wir unsere erste umfassende Aussicht über den Ostteil der Insel. Es ziacht, die Gipfelbrotzeit dauert nicht lang, wir grabbln das Geschröf wieder hinab und wenden uns nach Norden, vorbei an einem weiteren platterten Gipfel, um das Kloster zu erreichen. Von hier aus sieht man, daß der Kastro-Fels sehr tief und senkrecht nach Süden abbricht - eine hervorragende natürliche Burg!
Ein ziemlich länglicher, gewundener Straßenhatscher ist noch zu absolvieren. Extreme Trockengewächse überall; eine kapitale Königskerze neigt sich unter ihrem Gewicht über den Straßenrand.

Königin der DistelnSamiotische Heide

Selbst hier, am Fuße des Lazaros-Berges, treibt man irgendwie Landwirtschaft; überall stehen Pickups herum. Da liegt aufeinmal ein abgestürzter Hubschrauber zwischen den Disteln; hat es ihn etwa beim Löschen des großen Waldbrandes erwischt? Seine verbogenen Flügel starren anklagend in die Landschaft... Da steht nun auch das Kloster, Vronda, "Donner", den die Nordwand des Lazaros hier als mächtiges Echo verstärkt. Bildschön gelegen mit Tiefblick auf die Meeresküste ist das geräumige Kloster, aber verlassen. Der Brand hat es gerade noch verschont. Auf seinem Vorplatz treffen sich Europa und Asien zum touristischen Pausensnack. Dann wandern wir weiter, erreichen den Weg zu den drei Dörfern, kehren nochmal in Vourliotes ein und wenden uns dann nach Hause. Wiederum mit viel schönem freien Blick in die Runde!

Freitag, 8.10.: Pandroson - Profitis Ilias (1153 m) - Manolates - Nachtigallental - Platanakia

Ab heute kämpfen wir als motorisierte Truppe, Kompanie Möller, gegen das widrige Inselgelände - sechs Leihautos stehen uns für drei Tage zur Verfügung, ist alles inklusive! Logistikspezialist Kurt hat noch gestern sein Auto unterhalb unseres Ankunftsortes abgestellt; so können die anderen Autos nach vollbrachter Tat vom Abmarschort Pandroson zurückgeholt werden. Über eine steile, enge und sehr idyllische Bergstraße gelangen wir zum höchstmöglichen "Ablaufpunkt" (frei nach Toni II aus Arco) auf ca. 600 m.

Der schmale Fußpfad windet sich durch Landwirtschaft und Distelflora bergwärts und läßt diese Geländeerkundung zur Streicheltour werden - besonders für diejenigen von uns, die grundsätzlich mit kurzer Hose bergsteigen. Dafür laufen sie so schnell, daß sie die aggressiven Stacheln kaum berühren. Der Zusammenhalt zwischen Stoßtrupp und Nachhut unserer Kampfwandertruppe ist nur mehr akustisch möglich, da die samiotische Macchia uns völlig verschluckt. Mir kommt es vor wie bei Asterix auf Korsika - man sieht nichts, nur Obelix ruft: "Frische Römer !". Nach dem Distel-Sechser kommt noch etwas Waldbrand, dann stehen wir auf dem kalt-zugigen Joch, Ankleidepause, und nun hinauf über den nackerten Felsbuckel zur Kapelle des Propheten auf dem Gipfel. Dort empfangen uns Radler ohne und mit Motor; off-road ? Von wegen... jedenfalls langts für eine ungewöhnlich beschauliche, sonnige Brotzeit.


Profitis Ilias

Wir verlassen den Buckel des Ilias nach Norden, Wunschrichtung Manolates. Dabei bleibts auch eine Weile. Wir landen mitten im Chaos einer Brandstelle - the expedition continues - da drüben wäre der Wirtschaftsweg, aber wir wissen es besser. Unsere Uli, die Jagerin aus Lofer, entwickelt eine anfallartige Tierliebe und probiert alle möglichen Wildsau-Fährten als Abkürzung nach Manolates. Wast wiederum findet die einzige Geländefalte um dem Urwald zu entrinnen; wir Guerilleros arbeiten bestens zusammen. Schlußendlich doch auf dem Wirtschaftsweg... das beflügelt den Forscherdrang erst recht. Neue Abkürzer versacken im höchstgelegenen Weinberg von Samos, im Freiluft-Klo, bei de Schwammerl. Gotthard rast plötzlich voraus, findet den richtigen Straßenabzweiger nach Manolates - doch umsonst, neue Varianten locken uns unwiderstehlich und wir landen im Steineichen-Filz. Davon hamma auch nix mehr, denn die Wildsäu haben uns längst alle Eicheln weggefressen. Also reumütig zurück und die Serpentinen runtergeschlappt bis wir auf den Gegenanstieg nach Manolates treffen.

Die "Vanillendolde"
Aber heut kehren wir hier ein! Nachdem die Tavernen für uns 22 zu klein sind, bilden wir zwei feindliche Häuflein, von denen jedes behauptet, die weitaus besser besonnte Taverne entdeckt zu haben. Wir sitzen in der besseren, denn wir haben noch einen Dionysos-Brunnen dabei, der unseren Durscht durch aufreizendes Plätschern nauftreibt. Außerdem gibts hier Oliven zu schlotzen, aber was für welche! Butterweich, gschmackig und groß wie ein Gockl-Ei rutschen sie runter - das ist schmier'n auf samiotisch.

So nach einer beschaulichen Stunde wird zum Appell geblasen, die Taxis kommen zum Dorfplatz. Viel hübsche Töpferei könnte man kaufen im Vorbeigehn, aber wohin damit zuhause ? Ein deutscher Ruheständler, der hier lebt, munkelt Bedenkliches über die unruhige Erde... da braut sich was zusammen, wenn sich das nicht bald beruhigt dann knallt's... Außerdem hat er ein amtliches Fernglasl umhängen zum Brandaufspüren; naja, macht sich nützlich der Alte, ist ja gut, aber er hat wohl bissl zuviel Zeit zum Spekuliern.

Wir verteilen uns möglichst umständlich auf die Taxis, kurven durchs Tal zur Küste hinab aber ohne Nachtigallen. Die singen nur im Mai ab zwei Uhr morgens heißt es... hier steht aber "Nachtigallental", ich werd mich bei TUI beschweren, na warte! Unten entsteht ein neues logistisches Problem: der Bus ist furt, ohne Kurt, die Taxis sollen uns heimfahren, nehmen aber nicht fünf an Bord, also bleibt einer übrig, wer zahlt das ? Ich hau mit den anderen Fahrern in Kurt's Auto ab nach Pandroson und fahre mein Leihauto gemütlich übers Gebirg nach Karlovasi und heim, wo ich etwa gegen acht im Hotel lande.

Ingrid - und nicht nur ihr - ist inzwischen der Schreck in die Glieder gefahren: "Hast du das Erdbeben vorhin auch gemerkt? Hier hat alles gewackelt und gezittert, der Blechkasten an der Wand hat gescheppert und geknirscht und gemahlen hats überall !" Nichts hab ich gemerkt, war ja im Auto um die Zeit. Das war's wohl schon, kann mal auftreten sowas. Beim Nachtmahlen im Dionysos ists jedenfalls ruhig, ein leichtes Nachschaukeln höchstens. Irgendwann kriechen wir unter die Deck' auf unserem Juchhe, schlummern ein nach diesem schönen Tag. Das Hauptproblem sind die Schnaken, sie nähern sich unhörbar und wo sie anzapfen juckt es scheußlich. Man schläft trotzdem ein.

Als ich aufwache, röhrt es tiefgründig - wie das bekannt-berüchtigte Wumm-Geräusch, aber anhaltend! Möbel, Holzboden, alles zittert heftig, der blecherne Klimakasten knallt wieder. Es ist genau zwölfe nachts. Jetzt fährt auch mir der Schreck in die Glieder. Oha, da steckt wohl mehr dahinter? Jetzt wirds uns langsam mulmig, aber was soll man machen? Einwickeln gegen die Mücken und auf bessere Zeiten warten. Der nächste Erdstoß, fast genauso stark, kommt gegen eins. Das tiefe Grollen signalisiert eine Gefahr die von überall her kommt, übermächtig, unheimlich. Jetzt kann ich nachfühlen, wie es den Menschen zumute ist, die tatsächlich von so einer Katastrophe überrascht werden. Sollen wir hier in diesem Holzkasten warten bis wirklich was passiert? Es kann ja nichts schaden, die wichtigen Sachen in den Rucksack zu packen, wir siedeln um auf die Auszieh-Couch im Normalgeschoß und sind notfalls gleich auf dem Balkon draußen...

Es gibt in dieser Nacht noch einige schwächere Erdstöße, sechs insgesamt sollens gewesen sein. Auch unsere Hotelchefin wirkt etwas nervös am nächsten Morgen. Der junge Mann an der Tankstelle von Kokkari fragt mich immer "strong"? Ich merke, daß ihm das Wort "earthquake" abgeht, aha, jetzt wissma's. Sowas hat man doch nicht alle Tage hier, das letzte starke Beben war in 1992 erfahre ich.

Samstag, 9.10.: zur freien Verfügung

Ingrid hat gestern so o'zogn, daß sie keinen Hunger mehr hatte, das war zuviel. Heute bauen wir uns auf mit einem Schlag Kultur. Als erstes steuern wir das kleine Kloster Agia Triada an, finden es über Hora einsam und versteckt zwischen Kiefern und Ölbäumen. Der einfache vierseitige Bau mit Innenhof scheint verlassen; nur zwei friedliche Hunderl, echt griechische Stiagnglander, begrüßen uns. Hinter allen Fenstern sind die Vorhänge zugezogen; Nachwuchsprobleme? Im Innenhof, wo die Hunderl ihren Stammplatz im Blumenbeet haben, steht die respektable Hauptkirche. Und da sitzt auch Anastasios aufm Bankerl, der einzige Mönch in dieser Anlage. Offensichtlich ist er uralt aber frisch, begrüßt uns freundlich und zeigt die prächtig eingerichtete Kirche von innen. Mannshohe Messingleuchter, allerhand Heiligenbilder an den dafür bestimmten Plätzen, darunter auch einige in schönem Ikonenstil, aber Sauerstoff hats nicht viel da herin. Anastasios fordert uns zum Abschied auf, den Ölgarten zu besichtigen. Das tun wir auch, w bei er plötzlich wieder da ist und uns nicht aus den Augen lässt. Wir stoßen auf den bescheidenen Klosterfriedhof im kleinen Kiefernhain - er enthält noch ein einziges, ebenso bescheidenes Grab. Ruht hier vielleicht der letzte Abt? Agia Triada ist offensichtlich kein reiches Kloster; trotzdem wurde einiges getan um den Bau zu erhalten. Wir verabschieden uns von Hund, Katz und Anastasios und suchen ein reiches Kloster.

Kloster Timiou Stavrou (auch bei Hora) sieht schon eher so aus. Kirche, Hauptgebäude, ja selbst die Ummauerung strahlen Größe und Würde aus. Die sehr geräumige und hohe Kirche ist berühmt für ihr einmaliges Kunstwerk - eine deckenhohe, geschnitzte Ikonostase. Das ist in der orthodoxen Welt die obligatorische Trennwand, die profanen und sakralen Bereich voneinander abschließt. Die hiesige Ikonostase ist eine immense und sehr kunstvolle Arbeit, es soll nichts Vergleichbares mehr geben. Unser altes, ewig junges Europa ist aber voll von solchen Unikaten! Im Devotionalien-Shop gleich nebenan ertönen griechische Mönchsgesänge von einer CD. Sie klingen sonor, mit verhaltener Inbrunst, und ein Computer spielt sie ab. Gesang und Computer wurden in Europa erfunden.

Wir lassen noch, im Schatten vor der Kirche sitzend, die Klosteratmosphäre etwas auf uns einwirken; dann fahren wir hinter Pirgos steil hinauf zum bekannten Aussichtsdörferl Platanos mit seiner idyllischen Plataia. Da liegt, hoch an den Steilhang hingeklebt, die kleine Taverne "Orizonte". Der Name verspricht gute Aussicht, und so ist es auch. Paar hiesige Handwerker sitzen herin; alle miteinand machen sie nicht so einen Radau wie eine junge deutsche Urlaubergruppe. Die Wirtin merkt gleich was wir wollen und deckt uns eigens draußen auf der Terasse beim Windfang. Es gibt leckere Auberginen in Öl. Vor diesem Adlerhorst im klarsten Mittagslicht hingebreitet liegt Samos-West mit dem wuchtigen, mehrbuckligen Vigla (1440 m), unser Ziel für morgen. Das alles umrahmt vom tiefblauen oder silbernen Meer mit der Schar von Nachbarinseln darin. Die Wirtin kennt sie alle mit Namen und zeigt sie uns mit Heimatstolz: statt Ries und Brünnstein eben Fourni, Ikaria, Chios, die ferne Patmos...

Samos Stadt
Wir hatten eine gute Nase mit "Orizonte", besuchen
noch kurz die reizvolle Plataia unter den Platanen und setzen unsere kleine Inselreise fort Richtung Marathokampos im Südwesten. Auf dem Rückweg treffen wir das Keller-Auto in der Nadelkurve, finden in Pithagorio leider keinen Parkplatz und laufen statt dessen den Hafen von Samos-Stadt an, wo wir schon am Vormittag ein großes Kreuzschiff haben liegen sehen. Ein kleineres Schiff legt gerade an und entlässt in hellen Scharen Passagiere aller Länder.
Wir sitzen kaffeeschlürfend daneben und sehen gemütlich zu, wie die Schlange aus Japanern und Nichtjapanern ätzend langsam durch die Kontrolle vorrückt. Auf meine Frage, wo dieses Schiff herkommt, sagt der Kellner kurz angebunden: from Turkey. Na, da hammas wieder. Griechen und Türken im selben Boot Europa ? Das wird noch einige Seelenmassage brauchen.



Abends im Fischlokal bilde ich mir ein, daß es schon wieder grummelt und schwankt. Pferde sollen sowas schon eher hören als Menschen. Bin ich jetzt ein Pferd? Spinn wohl schon a bisserl. Im Hotel bestätigt Ingrid: es hat wieder gerumpelt. Da Poseidon der Erderschütterer jetzt aber schwächelt, nehmen wirs gelassen. Er wird uns schon nicht unsere morgige Bergtour verpatzen, das wär ja noch schöner.

Sonntag, 10.10.: Kambos - Kloster Agias Evangelistrias (700 m) - Vigla (1440 m)

Heute wollen wir unserer Vorbereitungsexpedition die Krone aufsetzen: mit einer Besteigung des Vigla, nicht nur höchster Berg von Samos, sondern sogar aller ägäischer Inseln. Sagt Kurt, und sowas registriert er genau. Wir starten also an der Südwestküste hinter Kambos, wo ein Abzweiger zum Nonnenkloster Evangelistrias abgeht. Vielleicht 50 Hm können wir hineinfahren, dann laufen wir los. Da diese Besteigung von hohem militärischen Wert ist, darf unser Stoßtrupp mit gepanzertem Mannschafts-Opel zum Kloster hinauffahren soweit es halt geht. Wir andern hatschen in der Hitze hinterher und treffen unseren frisch ausgeruhten Sturmtrupp beim Kloster.


Dieses liegt schon ziemlich hoch und so gehts die letzten zwei läppischen Stünderl in der Hitze gemeinsam zum Gipfel. Dazwischen liegt ausgedehnte mediterrane Gebirgsheide, reizvoll und kratzbürstig. Mannshohe, goldene Disteln in massiven Beständen, dann wieder nicht mal das: diese Disteln wachsen nur dort wo's besonders sparsam zugeht. Ab ungefähr 1000 m wächst praktisch überhaupt nichts mehr; der Gipfelaufbau des Vigla schaut aus wie ein nacketer, überstandiger Zillertaler Graukäs den wir jetzt gnadenlos hinaufhecheln müssen bis zum gehtnichtmehr. Dort steckt ein Eisenröhrl im Steinhaufen, geschmückt mit dem Schweißbandl des Erstbesteigers, das ist alles. Nach dem unvermeidlichen Bergheil, Abschnuckln unserer lieben Bergmadl und Händausreißn könnten wir eigentlich gleich wieder abhauen von diesem öden Ort; die nächsten Termine drängen schon.

Wenn da nicht diese Aussicht wär... wir sehen die schwimmenden Inseln von hier oben schöner wie aus dem Flieger. Beliebig frei schweift der Blick über die märchenhaft verstreute Welt der ägäischen Kleinstländer - Zeus auf seinem Olymp könnte es nicht schöner sehen. Hier entstand frühzeitig Konkurrenz, Eifersucht und kulturelle Vielfalt, keimhaft für die abendländische Entwicklung. Schon damals sagten die Leute auf Chios: "Wir Chioten!" (mir san mir) und schimpften ihre Nachbarn: "Ihr Samioten!". Die plärrten zurück: "Ihr Idioten" - und schon war der Krieg fertig. Wir wissen: sie alle waren Chaoten; selbst können wirs aber auch nicht besser. Diese antiken Händel können unsere friedliche Brotzeitstimmung hier oben überhaupt nicht stören; es war schon ein Schlauch hier rauf, aber es hat sich sehr gelohnt.


Die Ägäis, vom Vigla aus gesehen

Das Panorama vom Vigla muß man gesehen haben !

Um sieben müssen die Autos abgegeben werden, sonst berechnet dieser Hertz vielleicht noch einen Tag, man weiß ja nie! Ach ja, völlig wurscht wie mans anstellt, immer drängt was. Also nehme ich beim Abstieg nochmal in aller Ruhe den einmaligen Zauber dieses Erdenwinkels in mich auf.

Trockenheide auf dem Vigla

Ja, und ganz nebenbei, ein Tyrann beherrschte Samos einst, hinterließ einen Wassertunnel den man aber heute nicht mehr braucht. Und ein Mathematiker-Philosoph lehrte hier und hinterließ einen Lehrsatz, ohne den überhaupt nichts ginge in der modernen Mathematik. Nicht mal eine Dampfmaschin' könnt man berechnen ohne Pythagoras, den Zahlenmystiker. Wir sind aber von München hierher mit Gasturbine geflogen, werden morgen das Gegenteil tun und bald, nach diesem besinnlichen Abstieg, mit scharf kalkulierten Automobilen nach Kokkari zurückfahren - zusammen mit Hasi und Christl, meinen heutigen Fahrgästen. Ich verfranz mich noch zu einer Ehrenrunde durch die edelgrünen Wohnviertel von Kampos, Griechenland durch die Hintertür, dann sind wir nach letzter Samos-Überquerung via Karlovasi wieder im heimischen Kalidon.

Heut abend ist Essenfassen voll angesagt, und ohne Erdbeben bitte ! Wir müssen das Management von Helena nochmal studieren und treffen uns also zum letzten Mal im "Ammos Plaz". Irgendwas stimmt heut abend nicht. Helena blickt verunsichert in die Runde, haben welche abgesagt? Kommen zuviele? Kommen wir etwa? Droht sonst eine Katastrophe? Aber nun (Ingrid und ich haben Aufklärungstrupp gespielt) nun sind alle Möller's da. Es wird sich rechnen, Helena lässt die Puppen tanzen, zeigt auf ihren zähen Bizeps und sagt: "I am always strong". Ja, die stolzen griechischen Frauen! Ich lass mir die besonders knackigen Kalamari schmecken, man sammelt für Kurt daß er sich endlich mal ein T-shirt leisten kann und Uli kommt überraschend mit ein paar Verserl daher, die wie der Bundeshaushalt auf einem Bierdeckel Platz haben:

"Der Urlaub auf Samos hat uns gefreut,
denn du weißt überall Bescheid.
Wenn der Weg auch manchmal kein Ende nahm,
hast du gewußt, wo endlich eine Taverne kam.
Von den Inselbergen konnten wir schau'n
Klöster und Dörfer - ein Inseltraum.
Das Meer bescherte erst hohe Wellen,
doch dann konnten wir den Wind abbestellen.
Die Erde spürten wir auch noch beben,
Gottseidank kamen wir davon mit unserem schönen Leben.
Lieber Kurt, wir bitten dich darum:
sieh dich weiter nach Wanderreisen um ! "

Kurt strahlt wieder bis hinter die Ohren. Er ist zufrieden mit uns, wir mit seinem Expeditionsvorschlag und im übrigen ist er in Gedanken schon längst woanders. Und Helena spendiert zum Abschied jedem von uns ein kleines Flaschl Uso aus Samos. This is always strong - "jammas" auf Helena, möge sie samt Familie den Winter gut überstehen!

Montag, 11.10. Heimreise

Nochmal ein wanderfreier Tag. Wir beide bummeln gemütlich durch Kokkari, schauen uns die große Ortskirche an. Hier fand gestern eine Taufe statt, die Taufkerzerl liegen noch herum. Es scheint hier weniger zentralisiert zuzugehen; die Stühle stehn irgendwie im Kreis herum, man scheint sich zwanglos zu versammeln hier drin. Da es in der Orthodoxie eine ausgeprägte Gesangskultur für Alle gibt, gibt es keine Orgeln hier; scheint eine rein westliche Erfindung zu sein. Die hiesigen Souvenir-Shops führen als Besonderheit den Pythagorasbecher, ein Gerät, das dem Tantalos nachempfunden ist. Füllt man dieses nämlich mit zuviel Wein, so verabschiedet der sich vollständig durch einen mittig angebrachten Schnorchel. Man sagt, hiermit habe einst der Pythagoras die versoffenen Bauarbeiter des Tyrannen in Zucht nehmen wollen. Nicht schlecht wär sowas für gierige Geizhälse: zuviel Geld gespart - schwupps ist es weg! Nochmal beäugt werden auch die idyllische Hafenbucht samt weiße Wulli-Antn, der Fischhändler mit zugehörigem Katzenschwarm, Wellenbrecher, Austragshäusl auf 0,00 m Meereshöhe, farbenfroh bemalter Fischtucker im echten Einsatz u.a.mehr.
Langsam nehmen wir echt Abschied vom feinkiesligen Meeresstrand, dem Broadway von Kokkari, von Kalidona, den Grillen, dem Gockl, Schnaken, Erdbeben und den garnicht soo niedrigen, wilden Bergen. Am überschaubaren Inselflughafen hängt ein lustiges Plakat über den idealen Europäer. Der ist u.a. humorvoll wie ein Deutscher, nüchtern wie ein Ire und organisiert wie ein Grieche. Die bringen jetzt unsere Abflug-Gates durcheinander, denn wir konkurrieren heut abend mit einer Maschine nach Stuttgart. Aber der griechische Zollerer, beinand wie Dionysos, retourniert mir aufmerksam meine boarding-card; beim safety- check muß sie aus der Jackentasche geschlupft sein.

Ernst wird's jetzt: die Flugbetriebsleiterin korrigiert mit Stentorstimme ihre vorherige Anweisung: "The flight to Munich starts from gate Tuuu !". Das ist das Türl rechts. Unser Flieger steht aber links. Vom Konkurrenzflieger rechts ist er äußerlich nicht zu unterscheiden. So überkreuzen sich auf dem Flugfeld Stuagetter und Münchner Passagierströme; fehlgeleitete Fluggäste hasten dazwischen hektisch herum. Daß wir im richtigen Flieger sitzen merken wir erst, als die Türen zu sind und unsere Chefbetreuerin witzig fragt: Ist hier jemand nach Stuttgart ? Da wir griechisch organisiert wurden, kommt das unmöglich vor. So können wir in den frühen Abend starten; Samioten, Chioten und alle anderen griechischen Patrioten tief drunten haben schon ihre Laterndl brennen und sitzen wie wir jetzt beim Nachtmahlen. Die nächsten Lichter kommen erst wieder in Salzburg, dann hat MUC II uns wieder.

Es wäre nicht unser Verein, wenn nicht wenigstens noch die Schlußszene zu einem Wettrennen geriete. Margit hat es eilig zur Bahn, weiß aber nicht genau wie es hier zur S-Bahn geht, bittet mich um Hilfe, ich weiß es auch nicht und wir rasen los. Das langt, um den Rest der Mannschaft in Galopp zu versetzen. Auf den Kriechbandln von MUC II laufen wir uns erst mal warm, erwischen die richtige S-Bahn, München Ost, kriegen wir noch den Regio? man muß es versuchen sagt Heinzen seine Sennerin, Michi voraus, da steht der Kondukteur: "wiavui kumman da noch ?" "zwanzge" "des derf i eigentli garnet macha... Das ist kein Anschlußzug !" is uns wurscht, besser guat g'fahrn als schlecht g'standn, alle drin, er winkt'n ab und dahie gehts. Zwar hätten wir in der gleichen Zeit im Ostbahnhof gmiatli eine Abschiedshalbe miteinand schlürfen können, aber so war's halt zeitoptimal. Und auch die Logistik stimmt bis zuletzt - in Rosenheim Steischn wird grad noch am Michi sei vergessener Rucksack ausm Abteil gefischt. Sonst hätt er sein Reservebohrgerät am nächsten Tag in Salzburg Steischn abholen können.