| Erstellt von OVB 12.11.15 /Kirsten

Knarr und Vögele machen weiter

Vor allem die notwendige Sanierung der Hochrieshütte prägten die Vereinsaktivitäten der Alpenvereinssektion Rosenheim im vergangenen Jahr. Vorsitzender Franz Knarr und Schatzmeister Dieter Vögele berichten bei der Mitgliederversammlung über den Stand der Dinge. Außerdem stand an diesem Abend neben den Neuwahlen die Ehrung langjähriger Mitglieder beim anschließenden Edelweiß-Fest auf dem Programm.

Rosenheim - "Behördenauflagen müssen eingehalten werden, einem ordentlichen Brandschutz ist Rechnung zu tragen, Sanierungen der sanitären Einrichtungen sind längst überfällig, Erneuerung angeschlagener Fundamentteile sind unabwendbar, sowie die Umsetzung einer durchdachten Energieversorgung mit entsprechenden Wärmeschutzmaßnahmen sorgen auf einem 1569 Meter hochgelegenen Gipfelhaus für enorme Anforderungen", erklärte Knarr seinen Mitgliedern zu den Bauarbeiten auf dem Rosenheimer Hausberg. Transporte würden mit zwingend notwendigen Hubschrauberflügen unterstützt.

"Bedauernswerterweise" sieht der DAV-Hauptverband laut Knarr und Vögele keinen Anlass, die Baumaßnahmen an der über eine Seilbahn erreichbaren Hütte finanziell zu fördern. "Die starre Kategorisierung der Hütten scheinen keine Kompromisse zuzulassen", meinte der Rosenheimer DAV-Vorstand. Das stieß bei der Versammlung auf kein allzu großes Verständnis.

Aber nicht nur die Instandhaltungsmaßnahmen der Hütten spiegeln die Anforderungen an die Ehrenamtlichen wieder, auch das weitverzweigte Netz an Wegen und Steigen wartet mit immer neuen Herausforderungen auf. Wegewart Gerd Ritthammer berichtete ausführlich über die vielen notwendigen Maßnahmen im Brünnsteingebiet. Diese seien mit vielerlei Anstrengungen verbunden und oft nicht mehr alleine zu bewerkstelligen. Im Hochriesgebiet bereitet der Anstieg über die Seitenalmen schon seit mehreren Jahren der Vereinsführung Sorgen. Zudem sei es fraglich, ob die Sektion Rosenheim sich als alleinig Verantwortlicher im Rahmen der DAV-Regelungen fühlen muss. "Die Zeiten haben sich geändert. Längst hat sich die Hochries zu einer touristischen Attraktion der Region entwickelt", so Knarr. Bis zu 300000 Euro sind für dieses Wegebauprojekt veranschlagt, das nur umzusetzen sei, wenn man Firmen mit beauftragt.

Im dreijährigen Turnus standen in diesem Jahr wieder die Wahlen von Vorstandschaft und Beirat auf der Tagesordnung. Bereits im Vorfeld gab es innerhalb der Führungsmannschaft mehrfach Diskussionen über den bevorstehenden Generationenwechsel. Vorsitzender Knarr dachte bereits laut darüber nach, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen, auch Schatzmeister Dieter Vögele spielte mit dem Gedanken, das Amt in jüngere Hände zu übergeben. Letztendlich ließen sich aber noch keine jüngeren Kandidaten für die verantwortungsvollen Aufgaben finden. So wurde die bestehende Vorstandschaft für weitere drei Jahre, nahezu einstimmig, im Amt bestätigt. Die Position des Jugendvertreters bleibt in der Vorstandschaft erstmals unbesetzt.

Im Beirat gab es Änderungen, das Amt des Hüttenreferenten der Hochries ist mit Radu Sandbrand neu besetzt und Bernhard Putz übergab sein Amt als Seniorenreferent an Jörg Pappenberger.

Dass das Bergsteigen bei der DAV-Sektion Rosenheim im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens steht, wurde beim Blick auf das Touren- und Ausbildungsprogramm deutlich. Josef Müller verantwortet schon seit über drei Jahren ehrenamtlich das halbjährliche Programm und erstellt mit den Fachübungsleitern und Tourenbegleitern einen facettenreichen Tourenkatalog.

Zudem sorgen viele Gruppen innerhalb der Sektion für ein breit gefächertes Angebot - von den Kinder- und Familiengruppen, über das leistungsstarke Rock & Bloc-Team bis hin zu Unternehmungen der Senioren. Um stets mit gut geschultem Führungspersonal unterwegs zu sein, überblickt Thomas Kogel als Ausbildungsreferent die Fortbildungskurse des Trainerteams. Alle Aktivitäten wurden bei der Mitgliederversammlung mit Bildern und Filmsequenzen für die über 100 anwesenden Mitglieder kurzweilig visualisiert.

Nach Abschluss der Hauptversammlung folgte auch heuer wieder mit dem Edelweiß-Fest die Ehrung langjähriger Mitglieder der Sektion Rosenheim. Zuvor durften sich Gerd Badstübner und Peter Keill noch über die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft freuen. Ersterer steht für einen Meilenstein der Sektionsgeschichte. In uneigennütziger Weise hat er sich um den Anschluss an das öffentliche Stromnetz des sektionseigenen Brünnsteinhauses verdient gemacht. Mit Peter Keill wurde ein herausragender Kletterer, Skibergsteiger und Bergbuchautor geehrt, der für seine unzähligen bergsteigerischen Verdienste und vor allem für den unermüdlichen Aufbau des bis heute währenden, umfangreichen Tourenwesens als einstiger Tourenreferent diese Anerkennung erhielt.