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Neues Millionenprojekt vor Augen

Über 9000 Mitglieder gehören aktuell der Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins (DAV) an. Bei der Jahreshauptversammlung stahl ein Mitglied allen anderen die Schau: Erhard Hütter wurde für seine 70-jährige Mitgliedschaft im Rahmen des "Edelweißfestes" geehrt.

Rosenheim - Zur Mitgliederversammlung der Sektion begrüßte die Vorstandschaft um Vorsitzenden Franz Knarr, Stellvertreter Thomas Kogel und Schatzmeister Dieter Vögele 93 stimmberechtigte Mitglieder. Tourenreferent Sepp Müller berichtete von den erfolgreichen, halbjährlich erscheinenden Kurs- und Tourenprogrammen, die mittlerweile von einer starken und gut ausgebildeten Stammmannschaft an Fachübungsleitern bewältigt werden.

Bernd Putz, verantwortlich für die Aktivitäten der Senioren, blickte auf das Tourenjahr bei den Mitgliedern ab 55 Jahren zurück. Einen Einblick in die leistungsstarke Sportkletter-Szene der Sektion gewährte Manfred Mauler, Sportkletter-Referent und Leiter des "Rock-&-Bloc- Teams". Ein Trainerstab bewältigt elf wöchentliche Trainingseinheiten in den verschiedenen Altersgruppen, wobei bei weiten nicht nur der Wettkampf an künstlichen Kletterwänden, sondern auch Felsfahrten und Trainingscamps im Mittelpunkt stehen.

An der Versammlung nahm auch Markus Hofmeier teil, der neue Wegereferent für das Wandergebiet Hochries. Er übernimmt diesen Verantwortungsbereich von Martin Stemberger. Durch die Erreichbarkeit der Hochries mit einer Seilbahn wurde es in diesem Jahr notwendig, den Panoramaweg von der Bergstation zum Gipfelhaus für 40 000 Euro auszubauen.

Im westlich des Inns gelegenen Arbeitsgebiet Brünnstein-Traithen, betreut von Wegereferent Gerd Ritthammer, fanden im vergangenen Jahr wieder umfangreiche Baumaßnahmen für den Erhalt von Wegen und Steigen statt. Hier zerstörte ein Murenabgang rund 100 Meter Wanderweg; die Seilversicherungen am Kleinen Traithen mussten erneuert werden.

Als neuer Naturschutzreferent stellt sich Alexander Zenk zur Verfügung, der bereits in der Vergangenheit die Speicherteich-Baumaßnahmen am Sudelfeld im Arbeitsgebiet der Sektion begleitete. Des Weiteren arbeitet sich Zenk als künftiger Geschäftsführer in Teilzeit in die vielfältigen Aufgaben der Rosenheimer Sektion ein.

Modernisierung der Hochrieshütte

Der Geschäftsbericht und die Jahresrechnung sowie die damit verbundene Entlastung des Vorstandes wurden von den Mitgliedern einstimmig beschlossen. Schatzmeister Vögele stellte den neuen Haushalts- und Investitionsplan vor. Dem Verein stehe wieder ein Millionenprojekt bevor, so Vögele: Nachdem das Brünnsteinhaus in den vergangenen Jahren Zug um Zug modernisiert und umgebaut wurde und nur noch Aufwendungen für Brandschutz und die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung einzuplanen sind, wartet die Horchrieshütte schon seit längerem auf umfassende Instandhaltungsmaßnahmen. Nachdem in letzter Zeit aufgrund von Unwirtschaftlichkeit einige Ausflugsziele im Hochriesgebiet geschlossen worden waren, stellt sich auch die Vorstandschaft die Frage zum Erhalt der Hochrieshütte. So schlug Vögele mit dem Projekt "Hochrieshütte 2015 Folgejahre" der Mitgliederversammlung den Erhalt des hundertjährigen Hauses vor. Folgende Faktoren seien dabei nicht außer Acht zu lassen: neue Ansprüche von Wanderern und Bergsteigern, Auflagen von Behörden, zeitgemäße sanitäre Einrichtungen und eine dem heutigen Standard genügende Pächterwohnung.

Da der DAV-Hauptverband eine mit der Seilbahn erreichbare Hütte nicht als förderungswürdig einstufe, müsse die Sektion Rosenheim finanzielle Ansprüche aus eigener Tasche stemmen. "Die notwendigen und sinnvollen Arbeiten können nur ohne eine Verschuldung des Vereins umgesetzt werden", machte Vögele klar. Zwei Millionen Euro wurden dafür in den außerordentlichen Haushalt eingestellt. re