Wenn Schilder zerstört werden, leidet die Natur
Immer wieder werden Hinweisschilder in unseren Schutzgebieten mutwillig beschädigt oder zerstört. Ein aktueller Fall an der Hochries zeigt, wie gravierend die Folgen sein können: Am Karkopf wurde wiederholt ein Schild beschädigt, das auf das Wald-Wild-Schongebiet hinweist. Ohne klar erkennbare Hinweise wissen viele Menschen nicht, dass sie sich in einem sensiblen Lebensraum bewegen.
Dabei sind diese Schilder weit mehr als nur Blech und Farbe. Sie schützen Leben. Sie geben Wildtieren einen Rückzugsort und Ruhe, die sie dringend brauchen, um zu überleben.
Besonders betroffen ist das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn. Im Winter lebt es am absoluten Limit. Jede Störung, jede Flucht kostet wertvolle Energie, die kaum wieder ausgeglichen werden kann. Zu oft endet das tödlich. Ab April beginnt die Balzzeit – auch dann kann jede Störung den Fortbestand der Art gefährden.
Auch Gämse leiden unter menschlicher Unruhe. Werden sie immer wieder aufgescheucht, verbrauchen sie unnötig Kraft. Die Folgen treffen nicht nur die Tiere selbst, sondern auch den Bergwald, der durch verstärkten Verbiss nachhaltig geschädigt wird. Ein gestörter Wald bedeutet langfristig auch weniger Schutz für uns Menschen.
Das zerstörte Schild wurde inzwischen von Marc Oliver Otto (Naturschutzreferent) und Werner Thalmeier (Hüttenwart der Hochries-Hütte) von der DAV-Sektion Rosenheim ersetzt. Doch jeder einzelne Akt von Vandalismus hinterlässt Spuren – in der Landschaft, in den Lebensräumen und letztlich in der Zukunft unserer heimischen Tierwelt.
Die Wald-Wild-Schongebiete sind vom 15. Dezember bis 30. April tabu. In dieser Zeit brauchen die Tiere unsere Rücksicht ganz besonders. Aber auch darüber hinaus gilt:
- auf den Wegen bleiben
- Hunde anleinen
- Wanderungen in der Dämmerung vermeiden
- auf Drohnen verzichten
Naturschutz beginnt nicht irgendwo – er beginnt bei uns selbst, bei jedem Schritt, den wir bewusst nicht machen.
Wer unsere Arbeit unterstützen oder mehr über den Naturschutz im Alpenverein erfahren möchte, kann sich gerne melden:
naturschutzreferent@dav-rosenheim.de