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RoBergAktiv – Großglockner - Stüdlgrat

Der höchste Berg Österreich, wer kennt ihn nicht. Viele von euch waren hier wohl auch schon einmal oben, an einem der schönsten Gipfelkreuze der Ostalpen, bei manch anderem steht er höchstwahrscheinlich schon auf der "ToDo-Liste".

 

Dieses Mal waren wir (wieder mal) zu Dritt unterwegs, allerdings in etwas veränderter Konstellation. Christian, Heinz und meiner einer (Manfredo) - wobei trotzdem, dass wir allesamt keine Jungfuchs'n mehr sind, es zumindest für Heinz das Glockner-Debüt war.

 

 

Am Mittwoch sind wir gegen Mittag von hier aufgebrochen und via Felbertauern hoch zum Parkplatz in Kals, dem sogenannten Glocknerwinkel. Von hier ging's dann in knapp 1 3/4 Stunden rauf zur Stüdlhütte, check-in und bei einem Bierchen auf der Terrasse noch ein Blick, auf das was am nächsten Tag kommt.

 

Donnerstag 5 Uhr früh gab's Frühstück, kurz danach sind wir dann schon aufgebrochen. Hinter der Hütte zunächst hoch zur Luisenscharte, dann mehr oder weniger immer im Blockgelände den Grat hoch. Ab dem Frühstückplatzl wurd's dann ein wenig sportlicher (bis UIAA 3), wobei hier in einer Seilschaft eigentlich alles ohne Sicherei geht - langsamere Seilschaften ließen uns alle wohlwollend vorbeiziehen, so hatten wir so gut wie keine Wartezeit.

 

Nach ziemlich genau 4 Stunden blitzte das Glocknerkreuz auch schon hervor, bei Kaiserwetter, natürlich nicht alleine, aber dafür sichtlich zufrieden. Im Trubel des Gipfelbereichs folgte dann erst mal eine gscheide Brotzeit, anschließend ging's auch schon wieder weiter in Richtung Abstieg.

 

Zuerst runter in die Glocknerscharte und hoch zum Kleinglockner, über dem stangenversicherten Grat immer abwärts, über meist plattiges Blockgelände. Am Ende des Abstiegs hilft einem dann noch ein Fixseil um auf den Wandsockel herunterzukommen; spätestens hier macht sich der Gletscherschwund erschreckend sichtbar, der Permafrost ist ade, das Gestein bröckelt und der Wandfuß ist eine Mischung aus Blankeis und Gebirgsbach. Hier heißt es dann, schnell wieder in die Steigeisen und anschließend über das Glocknerleitl und Kleinglocknerkees zur Adlersruhe herunter. Ab hier folgt dann zunächst ein kurzer Klettersteig, danach durch Gletschergelände und runter zum Ködnitzkees, bis man dann letztendlich wieder an der Stüdlhütte ankommt.

 

Insgesamt gute 7 Stunden später sitzen wir abermals auf der Terrasse und gönnen uns nochmal eine Erfrischung, bevor es wieder zurück zum Parkplatz am Glocknerwinkel geht.

 

Zusammenfassend, eine wirklich lohnende Tour, auch wenn der Gletscher mittlerweile im Vergleich zu vor über 30 Jahren (wie in meinem Fall), schon recht armselig aussieht.

 

Spalten gibt es nach wie vor, wobei diese durchgehend gut zu erkennen sind (zumindest um diese Jahreszeit) und problemlos umgangen werden können.

 

Wer also den Glockner noch auf seiner Liste stehen hat, dem sei diese Tour wärmstens empfohlen. Trotz des großen Andrangs, hatten wir mit den zahlreichen anderen Seilschaften nie wirklich ein Problem und jede Menge Spaß dabei.

 

... und wer weiß, wie lange es denn da überhaupt noch einen Gletscher gibt!

 

Viel Spaß allen Nachahmern 

Berg Heil - Heinz, Christian & Manfredo