| Erstellt von Jens Zimmermann, Rosenheim24

Das sind die neuen Pächter der Hochrieshütte und ihre Pläne

Wechsel auf Rosenheims Hausberg: Kathrin Schnatterer und Benni Smogavc sind ab dem 1. August die neuen Pächter der Hochrieshütte. Dabei setzen sie auf Bayerische Tapas und Liegestühle.

Der aktuelle Wirt Manuel Hohenegg hat seinen Pachtvertrag zum 31. Juli gekündigt. Doch mit Kathrin Schnatterer und Benni Smogavc konnte der Deutsche Alpenverein (DAV) bereits die Nachfolger bekannt geben. Für die beiden geht damit ein Traum in Erfüllung. „Wir waren schon länger auf der Suche nach einer Hütte und sind jetzt froh, dass es geklappt hat“, erzählt die neue Pächterin gegenüber rosenheim24.de.

Kennengelernt haben sich beide aus gemeinsamen Zeiten im Hotel Platzl in München. „Daraus ist eine Freundschaft entstanden. Und jetzt wollten wir beide ein großes Projekt zusammen machen“, so Schnatterer. Sie selbst betreibt seit fünf Jahren den Kiosk an der Talstation. Zudem sei die Hochries der Hausberg Rosenheims. „Ich kenne da so gut wie jeden Kieselstein. Für mich war es klar, wenn die Hütte frei wird, dass ich das mache“, so die 35-Jährige.

Die Hochrieshütte wird übergangslos bewirtschaftet

Sehr zur Freude des DAV Sektion Rosenheim. Die Vorstandschaft um Franz Knarr (1.Vorsitzender), Josef Müller (2.Vorsitzender), Johannes Knarr (Schriftführer) und Jan Wohlers (Jugendreferent) sowie Christoph Schnurr (Geschäftsstellenleiter) waren rasch von der Eignung überzeugt. „Gerade in der Hauptsaison inmitten des Sommers ist es geradezu existenziell, dass das Haus übergangslos bewirtschaftet werden kann. Die neuen Pächter wollen keinesfalls einen Leerlauf eintreten lassen und gleich loslegen“, berichtet Franz Knarr, 1. Vorsitzender, gegenüber rosenheim24.de.

Allerdings wird es anfangs noch gewisse Einschränkungen geben. „Da wir erst am 31. Juli auf die Hütte rauf können und die Hütte leer steht, wird es natürlich sportlich für uns. Anfangs wird es noch keinen bedienten Bereich geben“, so Schnatterer. Da der erste Tag auf einen Samstag fällt, rechnen die Zwei mit einem großen Ansturm. Daher planen sie mit mehreren Stationen mit Selbstbedienung.

Klassische Gerichte modern gestaltet

„Uns ist es wichtig, dass die Menschen das bekommen, was sie auf einem Berg erwarten. Nichtsdestotrotz kann man die klassischen Gerichte etwas moderner gestalten“, so Schnatter über das Konzept. Die Brotzeitplatte sollen demnach die Bayerischen Tapas werden. Wichtig ist beiden, dass sie regionale Lieferanten miteinbeziehen. Zusätzlich sollen Liegestühle für eine lockere Atmosphäre sorgen.

Bei schönem Wetter plant das neue Pächterpärchen einige spezielle Aktionen zum Eröffnungswochenende. "Es wird Musik geben und noch weitere Aktionen sind geplant. Die Leute sollen einfach merken, es ist jetzt was anderes, etwas Neues", erzählt Schnatterer. 

Manuel Hohenegg war "Schützer und Hüter des Hauses"

Warum der aktuelle Wirt aufhört, darüber kann Knarr nur spekulieren: „Direkte Gründe sind präzise nicht genannt worden. Es ist zu vermuten, dass einfach die Schwierigkeiten, letztlich durch Corona bedingt und sich womöglich ein plötzlich anderes Betätigungsfeld angeboten haben“.

Manuel mit seiner Partnerin Sarah hätten das Haus jedoch von Beginn an gut bewirtschaftet. „Der gigantische Winter 18/19 mit bis zu acht Metern Schneehöhe hat die beiden bis an die Grenze der Belastbarkeit gebracht, aber sie waren beste Schützer und Hüter des Hauses“, so Knarr. Die daraus resultierenden wochenlangen Schließungen hätten Ärger bei Wanderern verursacht. „Teilweise gab es wenig Verständnis – es war wirklich nicht einfach und für das Pächterpaar oft nervlich grenzwertig“, erklärt Knarr.

Jetzt soll es aber für alle wieder bergauf gehen. „Es gibt im gesamten Alpenraum vielleicht fünf Gipfelhütten. Die Hochries bietet einen sensationellen Rundumblick, das Rosenheimer Land, Chiemsee mit Kampenwand oder Zugspitze“, so Knarr über die Besonderheit der Hochrieshütte.

Autor: Jens Zimmermann, Rosenheim24