| Erstellt von OVB / aez

Franz Knarr im „Edelweiß-Ruhestand“ - 33 Jahre Vorstand im Alpenverein

Rosenheim – Ein ehrenamtliches Engagement, das seinesgleichen sucht, ein selbstloser Einsatz für die heimische Natur und Bergwelt sowie eine gehörige Portion Ausdauer, Mut und Gemeinsinn prägten seine Ära bei der Sektion Rosenheim vom Deutschen Alpenverein (DAV): Nach mehr als 33 Jahren an der Spitze eines des größten DAV-Ortsverbandes in ganz Deutschland hat sich Franz Xaver Knarr jetzt in den mehr als wohl verdienten „Edelweiß-Ruhestand“ verabschiedet.
Schon als Schüler war er ein begeisterter Bergsteiger. Vater und Großvater pflegten enge Beziehungen zum DAV. Jahrzehnte alte Fotos von Hochries und Brünnstein zogen ihn in ihren Bann. Die Alpenverein-Gene hatte das Rosenheimer Urgestein von Geburt an im Blut – und gab sie weiter an kommende Generationen. „Ich fühlte mich immer wohl und gut aufgehoben in diesen geselligen Kreisen“, bekannte Franz Knarr (76) im Rosenheimer Stadtteil Westerndorf St. Peter. Dort fand im Saal vom Gasthaus „Höhensteiger“ eine Kombination aus den Mitgliederversammlungen für 2019 und 2020 statt.

Anfangs hatte sich Knarr acht Jahre lang als zweiter Vorstand eingebracht. Früher als geplant übernahm er in den 1980er-Jahren die volle Verantwortung und stand ohne Pause mehr als drei Jahrzehnte an der Spitze des DAV in Rosenheim. „Eine grandiose Zeit mit sprichwörtlicher Berg- und Talfahrt“, so seine Bilanz. Ein Blick auf die Mitgliederzahlen verrät: Es ging und geht steil nach oben. Gestartet mit 2000 Bergfexen bekennen sich heute mehr als 11.000 Menschen aus Rosenheim und dem Umland zu „ihrer“ DAV-Sektion. Vielfältige Nachwuchsarbeit sowie individuelle Programme für alle Altersklassen und Interessen begeistern das ganze Jahr über die Sportler. Das bewiesen die imposanten Präsentationen der Referenten.

Die millionenschweren Investitionen in Wege, Hütten und Infrastruktur, die Geschäftsstelle mit Leiter Christoph Schnurr und das kompetente Team von Haupt- und Ehrenamtlichen sprechen zudem eine eindeutige Sprache: Der Alpenverein ist bereit für die Zukunft und setzt mit „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“ auf zeitgemäße und die richtigen Themen. Solaranlage und Wärmepumpen gehören zum Hütten-Standard. Die Hochriesbahn, an welcher der DAV beteiligt ist, ist in „trockenen Tüchern“ und technisch fit für die nächsten Dekaden. Im Winter kommen Tourengeher heuer erstmals per Skibus zu ihren Aufstiegspunkten. Kurzum: Franz Knarr und sein Team hinterlassen einen Verein, der auf gesunden Beinen steht und die besten Voraussetzungen bietet, die Ziele der neuen Vorstandschaft zu erfüllen. Dazu gehören neben einem Mitgliederwachstum auf bis zu 15.000 der Erhalt von Natur und Alpen sowie umweltfreundlicher Bergsport in vielen Facetten.

Möglich machen möchte dies Josef Müller. Der bisherige zweite Vorstand rückt auf zum ersten auf und wird unterstützt von Thomas Dobner als Stellvertreter. Als Schatzmeister fungiert David Feuerstein. Zum Schriftführer wählte die Versammlung Johannes Knarr. Jan Wohlers vertritt weiterhin die Jugend. Im Beirat engagiert sich Franz Knarr junior als Ausbildungsreferent. Das Tourenreferat führt Bernd Kottke an. Heidi Hell kümmert sich neu um den Seniorenbeirat, Robert Jahn weiter um das Naturschutzreferat. Erwin Resch bleibt Hüttenwart am Brünnstein und erhält Unterstützung von Thomas Glarcher, Radu Sandbrand an der Hochries. Als Wegewarte sind Christian Berghofer beziehungsweise Robert Brenninger tätig. Manfred Mauler bleibt Sportkletterreferent und Björn Freitag Familienbeirat. Franz Knarr ist neuer Pressereferent. Revisoren bleiben Matthias Heiß und Christoph Willenbrink.

Als neue Ehrenmitglieder bleiben Franz und Elisabeth Knarr – sie hielt ihrem Mann den Rücken frei und motivierte ihn auch bei Zweifeln zum Weitermachen – dem Verein eng verbunden. Entsprechend groß war ihre Freude über Urkunden, Blumen, Präsent und Stehbeifall. Rosenheims ehemalige Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zollte per Video-Botschaft ebenso ihren Respekt wie zahlreiche Weggefährten, Hüttenwirte, Referenten und Familienmitglieder. Als „Wanderer und Mountainbiker“ moderierten Gerd Ritthammer und Johannes Knarr die lange Liste der Gratulantenschar, die in Hybridform viele digitale Video-Botschaften enthielt. Denn pandemiebedingt konnte nur ein Bruchteil an der Präsenz-Veranstaltung teilnehmen.

Ausgeschieden aus der Führungsriege sind Thomas Kogler, der 20 Jahre Ausbildungsreferent und zeitweise zweiter Vorstand war, Seniorenbeirat Jörg Pappenberger, Sebastian Fehr, Wegereferent an der Hochries, sowie Brünnsteinhütten-Referent Georg Kurz. aez