© DAV Sektion Rosenheim

Schneeschuhtouren in den Tuxer Alpen

Vier Tage Schneeschuhtouren rund um das Meißner Haus in den Tuxer Alpen – so lautete der Plan.
Geführt von unserer Tourenleiterin Viola Liegl.
Die Voraussetzungen dafür waren jedoch alles andere als ideal: Lawinenwarnstufe 3 oberhalb der Waldgrenze, dazu angesagter Regen und Neuschnee. Keine perfekten Bedingungen für genussvolle Wintertage in den Bergen.
Doch wie heißt es so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

 

Tag 1

Am Wendehammer in Brannenburg traf sich die Gruppe zur gemeinsamen Abfahrt. Aufgeteilt auf zwei Autos ging es Richtung Patsch, wo wir uns an der Patscherkofelbahn erneut trafen. Aufgrund der geringen Schneelage entschieden wir uns, die Bahn bis zur Mittelstation zu nutzen.
Von dort starteten wir unseren Aufstieg in Richtung Patscherkofel. Begleitet von eindrucksvollen Wolkenwechseln erreichten wir den Gipfel vom Patscherkofel (2248m), wo wir eine kurze Pause einlegten.
Über einen schönen Verbindungsgrad führte der Weg über den Jochleitensteig weiter zur Boschebenhütte.
Anschließend stiegen wir zum Meißner Haus ab – unser Stützpunkt für die kommenden vier Tage.

Tag 2

Am zweiten Tourentag nahmen wir unseren nächsten Gipfel in Angriff und stiegen über den Südhang zur Viggarspitze (2306 m).
Die Schneelage war hier stellenweise eher dürftig, doch genau hier zeigte sich der Vorteil für uns als Schneeschuhgeher: Die Schneeschuhe konnten bis zum Gipfel angelassen werden.
Der Abstieg vom Gipfel führte zunächst ein Stück auf dem Inntaler Höhenweg weiter und dann über den Zirbenweg zur bekannten Boschebenhütte.
Von dort bot sich nochmals ein schöner Blick zurück auf unseren Gipfel, den wir aus der Ferne gut bestaunen konnten.

Tag 3

Für diesen Tag stand eine größere Tour auf dem Programm. Wir starteten in Richtung Viggar Hochleger, wo wir eine liebe Skitourengruppe aus Passau trafen und gemeinsam die Tour fortsetzten.
Auch das Wetter zeigte sich von seiner besseren Seite. In einer Senke erreichte man einen großen Felsblock, den sogenannten „Geschriebenen Stein“.
Mit großen Entlastungsabständen stiegen wir weiter auf, mieden konsequent Mulden und Rinnen.
Über einen steilen, etwas abgeblasenen Gipfelhang führten uns die letzten Meter entlang des Westgrats hinauf zur Kreuzspitze (2746m).
Oben angekommen wurden wir mit einem beeindruckenden Panorama belohnt, das die Anstrengungen des Aufstiegs schnell vergessen ließ.
Der Abstieg erfolgte entlang der Aufstiegsroute.
In sicherem Gelände nutzte Viola die Gelegenheit, um einen kleinen Blocktest durchzuführen. Dabei konnten die vorhandenen Schwachschichten in der Schneedecke sehr gut erkannt werden – eine anschauliche und lehrreiche Ergänzung zum Tourentag.

Tag 4

Der letzte Tag begann bei strahlendem Sonnenschein und herrlichem Wetter, perfekt für unsere große Abschlusstour. Mit schweren Rucksäcken machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Ziel: dem Morgenkogel auf 2.607 m Höhe.
Immer wieder konnten wir unser Ziel aus der Ferne sehen. Der Aufstieg war wunderschön und führte uns über einen abwechslungsreichen Hang, hinauf zum Gipfel.
Am Gipfel wurden wir mit einem beeindruckenden Panorama belohnt, das auch den gestrigen Gipfel, die Kreuzspitze, in voller Pracht zeigte.
Auch entdeckten wir eine wunderschöne Gratwanderung, die am Überfallgründl (2302 m) und am Morgenköpfl (2213 m) vorbeiführte.
Wir hatten noch genug Energie und entschieden uns, diese längere  Abstiegsvariante zu nehmen.
Anschließend ging es über den Hühnerbichl und den Niederstraßer-Wald zurück zu unserem zweiten Auto, das wir bereits am Anreisetag im Mühltal geparkt hatten.

Vier wundervolle Tage gingen zu Ende. Dank Violas hervorragender Tourenplanung und sicherer Führung konnten wir trotz der Lawinenwarnstufe 3 abwechslungsreiche und unvergessliche Schneeschuhtouren erleben, die uns lange in Erinnerung bleiben werden. Gleichzeitig nutzte Viola die Touren, um uns Gehtechniken zu zeigen, Alarm- und Windzeichen zu erkennen, den Umgang mit Karten sowie das Gelände richtig zu lesen – ein lehrreiches Wochenende in den wunderschönen Tuxer Alpen.

Fazit: Wer wagt, der gewinnt!

Anna und Marie Peters