Wir fürs Klima - Kampagnenbild | © DAV / Julian Rohn

Natürlich klettern: Die wichtigsten Infos

Um die Klettergebiete auch langfristig zu erhalten, sind einige Regeln notwendig und sinnvoll. 

Klettern ist ein wunderbarer Sport: Er ist gesund, macht riesig Spaß und fördert das Miteinander. Kein Wunder also, dass der Klettersport seit vielen Jahren einen regelrechten Boom erlebt.

Mehr als 4000 Naturfelsen bieten Kletter*innen in Deutschland die Möglichkeit, ihrer Leidenschaft auch unter freiem Himmel nachzugehen. Mit Blick auf viele seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten, welche die Felsen zum Lebensraum haben, ist dies längst nicht selbstverständlich. 

Die wichtigsten Regeln

Option Vorhanden
Respektiere Kletterverbote.
Option Vorhanden
Parke rücksichtsvoll.
Option Vorhanden
Bleib auf den Wegen. Schütze die Pflanzen.
Option Vorhanden
Vermeide Lärm.
Option Vorhanden
Hinterlasse so wenige Spuren wie möglich: Müll mitnehmen, Toiletten nutzen oder im Notfall entsprechende Hinterlassenschaften vergraben.
Option Vorhanden
Nutze Chalk nur da, wo es erlaubt ist.
Option Vorhanden
Meide die Dämmerung und die Nacht.
Menschen steigen in den Bergbus ein und nutzen somit das Angebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Alpen zu fahren | © DAV/Hans Herbig
© DAV/Hans Herbig

Viele Klettergebiete sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen – für Klima und Umwelt unbestritten die schonendste Art der Anreise. Sollte das Auto doch unumgänglich sein, empfiehlt es sich, Fahrgemeinschaften mit Bekannten oder anderen Felsaspirant*innen über Mitfahrportale oder auch die „Schwarzen Bretter“ der Sektionen zu bilden.

Vor Ort sind die Parkmöglichkeiten oft knapp, trotzdem sollten nur ausgewiesene Parkplätze genutzt werden. Einfahrten, Forst- oder Feldwege etc. dürfen auf keinen Fall zugeparkt werden. Ein großer Teil der Probleme in den Klettergebieten geht nicht auf den Naturschutz, sondern auf Eigentümer- und Anwohnerkonflikte zurück.

Klettern am Drahtseil | © DAV / Julian Rohn
© DAV / Julian Rohn

Wandfußbereiche sind Lebensräume für Spezialisten aus der Tier- und Pflanzenwelt. Wasserknappheit und Nährstoffarmut formen dort einen extremen Standort. Achtlos hingeworfene Rucksäcke, Crashpads oder Seilsäcke schädigen diese fragilen Biotope. Ein zentrales Materialdepot an einer sinnvollen Stelle reduziert diese Belastung. Auch soziales Mitdenken ist unerlässlich: Feuerstellen, Zigarettenkippen, Müll und Fäkalien verleiden nicht nur Kletternden den Aufenthalt. Sehr oft stehen Felsen auf Privatgrund – Probleme bis hin zur Felssperrung sind bei solch sorglosem Verhalten vorprogrammiert.
 

Der DAV unterstützt eine Entwicklung, die den Bedürfnissen und Ansprüchen der unterschiedlichen Nutzergruppen beim Felsklettern Rechnung trägt und Verantwortung für die Historie des Klettersports übernimmt. Die Kletterethik als Selbstverpflichtung ist regional stark beeinflusst; Informationen hierzu bieten die einzelnen Kletterregionen im DAV-Felsinfo. Diese sollten, wie auch die Erstbegehungs- und Sanierungscharta, zur Orientierung dienen und zur Etablierung von „gutem Stil“ beitragen. Letztendlich liegt es aber an uns allen, den regionalen Gegebenheiten und Verhaltensgrundsätzen mit Respekt und im Rahmen unserer klettertechnischen Möglichkeiten zu begegnen.

In vielen Klettergebieten Deutschlands wurden mit großem ehrenamtlichen Engagement sogenannte Kletterregelungen oder Kletterkonzeptionen entwickelt. Kletterverbände, Behörden und Naturschutzverbände arbeiten hier Hand in Hand. Die Vereinbarungen beruhen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, sowohl auf Seiten der Kletternden als auch seitens der Behörden und Umweltverbände. Die Akzeptanz der Maßnahmen ist die wichtigste Voraussetzung, um die Klettermöglichkeiten langfristig zu erhalten.

Kleinräumige Felszonierungen und zeitweilige Sperrungen sind mit den Symbolen "Kreuz" und "Pfeil" direkt an der Felswand gekennzeichnet. Das Kreuz markiert gesperrte Wandbereiche oder Zustiegswege. Der Pfeil zeigt den freigegebenen Wandbereich beziehungsweise den richtigen Zustiegsweg an.

Outdoor-Klettern am Fels | © DAV/Wolfgang Ehn
© DAV/Wolfgang Ehn

Direkt am Fels zu übernachten, mag zwar reizvoll sein, führt jedoch nicht selten zu Ärger mit der Nachbarschaft, Förster*innen oder Jäger*innen. Bitte nutzt daher Campingplätze, DAV-Hütten oder Gasthäuser. Dies hat auch einen großen Vorteil: so bleibt etwas Geld bei der regionalen Bevölkerung hängen und langfristige steigt die Toleranz gegenüber den Gästen und ihrem seltsamen Treiben am Fels.

Felsbrütende Vogelarten wie Uhu, Wanderfalke oder Kolkrabe sind während der Brut- und Aufzuchtzeit sehr störempfindlich. Um sie in dieser wichtigen Phase zu schützen, können zeitlich befristete Sperrungen einzelner Routen, Sektoren oder auch Felsen vereinbart werden. Gekennzeichnet wird dies dann mit einer Plakette am Fels. Aktuelle Sperrungen können auch jederzeit im DAV-Felsinfo eingesehen werden.
 

Zustieg

Über den Zustieg informieren vorab der Kletterführer oder die DAV-Felsinfo, vor Ort teilweise auch Übersichtstafeln oder Hinweisschilder. Eine gute Landkarte erleichtert oft die Suche. Klettergärten sind meist auf Wander- oder Forstwegen, zum Schluss meist über kleine Steige zu erreichen. Bitte bleibt auf den Wegen und kürzt nicht ab. Vor allem im Umfeld der Felsen gibt es oft trittempfindliche Biotope.