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10 Tourenreferat

Jahresbericht 2025

21.04.2026

Rückblick auf die Touren und Kurse 
Wir blicken zurück auf eine abwechslungsreiche Tourensaison: War der Sommer geprägt von einem warmen, trockenen und stabilen Juniwetter, gestaltete sich der Juli und auch Teile des restlichen Sommers als oft regnerisch und wechselhaft. Der Winter begann vielversprechend mit einigem Schnee bereits ab Anfang Dezember…der allerdings dann bis in den Februar hinein zumindest in den Nordalpen kaum mehr wurde. Wie bei schneearmen Wintern üblich, war dazu die Lawinensituation oftmals ungünstig. Entsprechend konnte im Sommer ein Großteil der Touren durchgeführt werden, wohingegen der Winter geprägt war von vielen schneebedingten Absagen.
Konkret zwei Drittel der insgesamt 75 geplanten Kurse und 147 geplanten Touren konnten neben den Wandertouren 2025 durchgeführt werden. Ganz herzlichen Dank an Euch Trainerinnen und Trainer, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder dieses umfangreiche Angebot zur Verfügung gestellt habt! Wieder verlief die Saison ohne größere Unfälle, was nicht zuletzt der umsichtigen Tourenplanung und Tourendurchführung zu verdanken ist.

Vortragsabend „Systematische Schneedeckenanalyse“ am 26.11.25
Georg Kronthaler hat sich ganz der Lawinenkunde verschrieben. Sein Wissen vermittelt er dem Rosenheimer Publikum in einem spannenden Vortrag.
Sein Anliegen ist dabei vor allem, Skitourenbegeisterte von der Notwendigkeit einer fundierten Einzelhangbeurteilung zu überzeugen. Denn der Lawinenlagebericht allein liefert nur eine Information für ein sehr großes Gebiet, im Einzelhang dagegen kann die Lawinengefahr davon abweichen. Ein wichtiges Werkzeug bei der Einzelhangbeurteilung ist dabei der von ihm erfundene „Kleine Blocktest“, der wertvolle Informationen über die Schneedecke und eventuell vorhandene Schwachschichten liefert.
Wichtig dabei ist eine systematische Vorgehensweise:

Vorgehen
●    Suche nach einer schattigen, unverspurten, eher schneearmen Stelle mit ähnlicher Exposition und Höhenlage, wie der zu beurteilende Hang
●    Ausschaufeln einer freistehenden Säule: Höhe 1 m, Breite 40 cm,     
Tiefe 40 cm
●    seitliches Klopfen mit dem Schaufelblatt, von oben beginnend
●    Steigerung der Härte beim Klopfen in drei Stufen:
●    leicht: 5 Schläge aus dem Handgelenk
●    mäßig: 5 Schläge aus dem Ellenbogen
●    stark: 5 Schläge aus der Schulter, Oberkörper rotiert
Interpretation
Ungünstige Eigenschaften:
●    leichtes Brechen der Schwachschicht beim Ausschaufeln oder leichtem Klopfen und eine glatte Bruchfläche
●    weiche Schicht über der Schwachschicht 
(Faust/4 Finger lassen sich eindrücken)
●    dünne Schwachschicht und große, mit bloßem Auge sichtbare Kristalle
●    Lage der Schwachschicht in höchstens 1 Meter Tiefe

Treffen alle ungünstigen Eigenschaften zu, ist die Selbstauslösung von Lawinen oder die Auslösung bei geringer Zusatzbelastung (einzelne Person) wahrscheinlich.
Vorteile
●    geringer Zeitaufwand, wenig Materialbedarf: Sonde, Schaufel
●    in sicherem Gelände durchführbar
●    ohne Partner durchführbar
●    zuverlässiges Erkennen kritischer Schichtkombinationen (und besonders stabiler Schichtkombinationen)
Nachteile
●    evtl. Überbewertung von weniger kritischen Schichtkombinationen
●    eingeschränkte Erkennbarkeit stabiler und mittelstabiler Schneedecken
Georg Kronthaler hat dazu ein einfaches Schema entwickelt, das eine Interpretation des „Kleinen Blocktestes“ einfach und übersichtlich macht.
Im Anschluss an den sehr interessanten Vortrag wird rege und teilweise emotional über die Anwendung und Grenzen des Lawinenlageberichtes diskutiert.
Robert Jahn, Tourenreferent