© Katharina Röhrl rosenheim24.de

Rosenheimer DAV-Wegewart erklärt...

warum es so wichtig ist, auf dem Weg zu bleiben

10.08.2026

Stolperstein für Stolperstein räumen Heinz Remmelberger (von links), Wegewart RobertBrenninger und Klaus Güther von der Wegeaufbereitung der DAV-Sektion Rosenheim dieWanderpfade rund um die Hochries frei. © Röhrl, OVB

Robert Brenninger geht nicht auf den Berg, um den Gipfel zu erreichen. Vielmehr sorgt er dafür,dass alle, die nach ihm kommen, sicher das Gipfelkreuz erreichen: Ein Einblick in seinenArbeitsalltag als ehrenamtlicher DAV-Wegewart.

Rosenheim
– Macht sich Robert Brenninger in den Sommermonaten auf zu den Wanderwegen imChiemgau, ist meist buchstäblich der Weg sein Ziel und nicht das Gipfelkreuz. Die insgesamt
53Kilometer Wanderstrecke im 45 Quadratkilometer
großen Hochriesgebiet
sind seinHerrschaftsbereich als ehrenamtlicher Wegewart. Brenninger teilt sich den Aufgabenbereich in der
DAV-Sektion Rosenheim
mit einem Kollegen, der sich der
Brünnstein-Region
angenommen hat. Ihre Aufgabeist es, die Wege freizuhalten und alle Stolperfallen vom Pfad zu beseitigen.

Beim Besuch der OVB-Redaktion waren die DAV-Freiwilligen unter der Leitung von Wegewart Robert Brenninger damit beschäftigt, den Wanderweg zwischen Hohenaschau und Ellandalm freizuräumen. © Collage: Röhrl, OVB

DAV-Wanderwege in Zahlen

Die Sektionen des Deutschen Alpenvereins kümmern sich um ein Netz aus Bergwegen und alpinen Steigen von etwa 30.000 Kilometern Länge im bayerisch-österreichischen Alpenraum. Die Wege erstrecken sich über eine Fläche von rund 100 Quadratkilometern in Bayern und im westlichen Österreich.
Die Ehrenamtlichen in der Wegeaufbereitung investieren hier jährlich mehr als 50.000 Stunden Arbeit: Es werden Wegeabschnitte markiert, beschildert und repariert, wenn sie im Winter durch Lawinenabgänge zerstört worden sind, Drahtseil-Versicherungen an exponierten Stellen regelmäßig kontrolliert und erneuert oder Weg-Abschneider renaturiert.
Rund eine Million Euro fließen jedes Jahr in das DAV-Wegenetz. Finanzielle Unterstützung bekommt der Alpenverein dafür vom Freistaat Bayern und den österreichischen Bundesländern Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg sowie von der Versicherungskammer Bayern.
Lange Jahre hat Brenninger bei der bayerischen Versicherungskammer in München gearbeitet. Die Berge waren für ihn immer ein angenehmes Kontrastprogramm zum Job. Seit fünf Jahren ist er nun im Ehrenamt als Wegewart für die DAV-Sektion Rosenheim im Chiemgau unterwegs.

Eine Wasserdurchlass-Rinne nach der anderen müssen die Freiwilligen auf dem Weg nach oben freiräumen: Im Laufe der Zeit sammeln sich hier Laub, Erde und Kies. Doch damit der Weg nicht vom nächsten Regen überspült wird, müssen die Rinnen regelmäßig sauber gemacht werden. © Röhrl, OVB

Auf dem Weg bleiben für Natur und Almwirtschaft

Doch die meisten Wanderer machen das nicht böswillig. „Wir gehen alle mal gedankenlos vor uns hin, da kann es schon mal passieren, dass man, ohne es zu merken, am Weg vorbeigeht,” so der Wegewart weiter. Wer gerne in den Bergen ist, kennt das unbeschreibliche Gefühl der Freiheit, das den Wanderer überkommt, wenn er eine saftig grüne Almwiese hinabläuft, den Wind auf der Haut spürt und von keiner Schranke aufgehalten wird. 
„Doch wenn man dran denkt, sollte man wieder auf den Weg zurückkehren”, findet Brenninger, obwohl es ihm selbst manches mal schwerfällt. Das ist auch sein Appell an alle Wanderer: „Auf den Wegen bleiben“ – der Natur und der Almwirtschaft zuliebe werden sie schließlich von ihm und seinen Kollegen für die Bergsteiger gepflegt.

Viele Wege führen hoch zur Hochrieshütte - gepflegt werden sie vor allem von den Ehrenamtlichen der Wegeaufbereitung der DAV Sektion Rosenheim. (Archivfoto) © ni

Gemeinsam mit einigen freiwilligen Helfern geht er regelmäßig die Wanderwege der Sektion ab, räumt sie frei und beseitigt Stolperfallen auf den Pfaden. Unter den Helfern sind auch Klaus Güther und Heinz Remmelberger. Beide sind, wie Chef Brenninger, begeisterte Wanderer. Nach Eintritt in den Ruhestand waren sie auf der Suche nach einem sinnvollen Ehrenamt. Wanderwege auf Vordermann bringen, dabei viel Zeit draußen verbringen und obendrein noch der Natur etwas Gutes tun – das klang für die beiden alteingesessenen Wanderer sehr verlockend.

Eine Reihe freiwilliger Helfer findet sich während der Sommermonate regelmäßig zusammen, um alle Wege im Hochriesgebiet mindestens einmal im Jahr zu kontrollieren. Je nach Bedarf setzen die Freiwilligen neue Stufen, räumen verstopfte Wasser-Durchlaufrinnen auf dem Weg frei, beseitigen größere Steine und weitere Hindernisse von den Wanderpfaden

Auf und neben dem Weg entdecken die drei immer wieder etwas, was sie innehalten lässt. © Röhrl, OVB

Dabei teilen sich die DAV-Freiwilligen die Arbeit mit den Almbauern im Hochriesgebiet. „Es kann schon mal vorkommen, dass ein Baum den Weg versperrt,” erinnert sich Brenninger an vergangene Einsätze. In so einem Fall wird maschinelle Unterstützung von den Almbauern notwendig, denn dafür ist der DAV nicht ausgerüstet.
Bei größeren Arbeiten müssen häufiger mal Firmen beauftragt werden: Beispielsweise wenn in höheren Lagen mal eine Gerölllawine den Weg unter sich begräbt: In dem Fall kommt Wegewart mit Schaufel und Baumschere nicht weit. 
Um den Wanderern auf ihren Märschen zu den Gipfeln in Chiemgau und Mangfallgebirge die Wege freizuhalten, ist die DAV-Sektion Rosenheim stets auf freiwillige Unterstützung angewiesen. Wer Lust hat, zu helfen, die Wege dort oben freizuhalten, kann sich unverbindlich bei der DAV-Geschäftsstelle in Rosenheim melden. 

Bricht Geröll von einem Fels am Wandersteig, kommen die DAV-Wegewarte zum Einsatz - häufig benötigen sie bei der Beseitigung aber auch Unterstützung von darauf spezialisierten Firmen mit entsprechender Ausrüstung. © Röhrl, OVB