© DAV Sektion Rosenheim

25 BergErleben

Jahresbericht 2025

21.04.2026

Die Wandergruppe BergErleben richtet sich an junge Erwachsene im Alter zwischen Ende 20 und Anfang 40. Im Vordergrund steht das gemeinsame Bergerleben – sich Zeit nehmen, in geselliger Runde wandernd und die Natur am Berg genießen. Die einfachen bis mittelschweren Tagestouren fanden 2025 in den Chiemgauer Alpen und im Mangfallgebirge statt. Zusätzlich gab es für die Gruppenmitglieder und weitere Interessierte gesellige Stammtische über das Jahr verteilt.
Die Bergsaison startete für BergErleben im Sommer mit der Inzeller Kienbergrunde und einer untypischen Anreise. Da die Tour als Öffi-Tour ausgeschrieben war, trafen wir uns (fast) alle im Regionalzug von Rosenheim nach Traunstein. Die Stimmung war gut, die Gespräche launig und die Bahnfahrt sehr kurzweilig. Die Busfahrt weiter nach Inzell hätte es auch werden können – wenn doch nur dieser Bus gekommen wäre. Aber manchmal läuft es einfach nicht nach Plan und so haben wir vergebens auf den Bus gewartet, der im Betriebsablauf der Leitstelle nicht mehr vorhanden war. In dem Fall hatten wir das Glück, dass zwei Teilnehmerinnen mit dem Auto angefahren sind und uns kurzerhand am Bahnhof Traunstein einsammelten. Das war gelebte Intermodalität, wie es im Fachjargon genannt wird – für einen Weg mehrere Verkehrsmittel nutzen. 

Wir starteten in Inzell entsprechend etwas verspätet und dadurch auch bei wärmeren Temperaturen zu einem starken Aufstieg. Die 850 Höhenmeter bis zum Gipfel des Streichers verteilten sich auf knapp drei Kilometern Horizontaldistanz. Es war also gemächliches Steigen angesagt. Schöne Weglein durch den schattigen Wald und immer bessere Aussichten brachten uns schließlich hinauf zum Gipfel, wo wir uns vom Aufstieg mit einer ausgiebigen Pause erholten. Im Anschluss stand der eher unbekannte und etwas versteckte Nachbargipfel Zenokopf auf dem Programm. Die Schwierigkeit dabei bestand vor allem darin, nicht in einen der zahlreichen Ameisenhügel entlang des schmalen Weges zu treten und von den krabbelnden Tierchen eine kribbelnde Portion Säure abzubekommen. Eine Teilnehmerin wusste aber, und vielleicht war das ein kleines Trostpflaster für alle, die es erwischt hatte: Das ist gut für die Durchblutung!
Eine weitere Tour führte uns um das Kampenwand-Massiv. Zuversichtlich wie wir waren, gingen wir in Aigen-Hintergschwendt bei Regen los. Auf der Steinling-Alm kehrten wir ein, um uns mit Kakao und Kaffee aufzuwärmen. Der Regen hatte in der Zwischenzeit zwar aufgehört, doch zog uns nun ein ordentlicher Wind um die Ohren. Wie wohltuend war es doch, die windgeschützte Südseite des Kampenwand-Massivs zu erreichen! Dank des etwas ungemütlichen Wetters waren nicht so viele Wanderer unterwegs, was uns auf der Südseite auch eine kleine Wildtier-Beobachtung ermöglichte: Zahlreiche Gämslein waren dort zu sehen, was für ein Highlight!
Im Herbst gingen wir erneut bei Regen los – diesmal von Bad Feilnbach Richtung Schwarzenberg. Durch bunte Herbstblätter, durch Wind und Regen, vorbei an einem neugierigen Feuersalamander ging es bergauf. Zum Abschluss der Tour und auch der BergErleben-Saison gab es einen wunderschönen Regenbogen und eine gesellige Einkehr in der gemütlichen Tregleralm.
Ich freue mich auf weitere schöne Touren dieses Jahr, ab Mai geht’s los!
Nicole Biedermann, Gruppenleiter und Wanderleiterin