Doch dann kam mir eine Idee. Vorsichtig, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, fischte ich die Lawinen-schaufel aus meinem Rucksack und begann zu graben. Die einzige Chance, den Grat zu erreichen, be-stand darin, im losen Schnee kleine Podeste auszuschaufeln, sie so weit zu verdichten, dass man darauf stehen konnte und anschließend die Wechte an ihrer schwächsten Stelle zu durchbrechen. Fast zwei Stunden später konnte ich den letzten Standplatz einrichten und Luis nachsichern. So standen wir am späten Nachmittag erschöpft, aber glücklich am Ziel unserer Tour und genossen die Aussicht. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns gegen den Weiterweg zum Gipfel, um noch im Hellen abseilen zu können. Mit dem letzten Tageslicht erreichten wir unseren Schlafplatz, wo Bliemsi bereits auf uns wartete. Da ein Wetterumschwung bevorstand, stiegen wir noch im Dunkeln ins Tal ab und ver-brachten dort eine weitere Nacht, bevor wir am nächsten Morgen zu unserer Unterkunft zurückkehrten.