© DAV Sektion Rosenheim - Wettemann

Drei Tage Skitouren im Sellrain / Westfalenhaus

Tag 1 – Aufstieg ins Westfalenhaus & Winnebachjoch
Bequem und entspannt starteten wir am Sonntagmorgen mit dem Bergbus nach Lüsens. Über Nacht hatte es 20–30 cm Neuschnee gegeben, und so stapften wir im frisch verschneiten Tal los Richtung Westfalenhaus. Die Lawinenwarnstufe lag bei moderaten 2, was uns einen entspannten Einstieg in die Tourentage bescherte.

Nach rund zwei Stunden erreichten wir die Hütte, gönnten uns eine kurze Kaffeepause und reduzierten das Gepäck auf das Nötigste für eine Tagestour. Anschließend zogen wir weiter durch das winterlich verzauberte Gelände hinauf zum Winnebachjoch. Das Wetter wechselte zwischen Auflockerungen und Schneeschauern, aber der Pulverschnee war ein Traum. Die Abfahrt zurück zur Hütte war der perfekte Auftakt für die kommenden Tage.

Tag 2 – Sonnenschein, Pulverschnee und doppelte Glücksgefühle
Der Montag begann noch mit durchwachsenem Wetter, doch schon am Vormittag riss der Himmel auf und verwandelte das Sellrain in ein sonnendurchflutetes Winterparadies. Unser Tagesziel lag „irgendwo hinten im Langentaler Weißer Kogel“ – und genau dort fanden wir perfekte Bedingungen.

Mit jedem Höhenmeter wurde die Sicht besser, bis wir schließlich unter strahlend blauem Himmel standen. Die oberen Hänge waren unverspurt, makellos, einladend. Da noch niemand hineingefahren war, entschieden wir uns spontan, die letzten 100 Hm zum Gipfel auszulassen und stattdessen die perfekten Pulverhänge auszukosten.

Die Abfahrt war so gut, dass wir nach 200 Hm erneut auffellten und die oberen Hänge ein zweites Mal genossen. Ein Tag, der in Erinnerung bleibt: Sonne, Pulverschnee und breite Grinsen.

Am Nachmittag zog das Wetter wieder zu, und über Nacht begann es erneut zu schneien.

Tag 3 – Versuch der Zischgenscharte & Rückkehr nach Lüsens
Am Dienstag wollten wir über die Zischgenscharte nach St. Sigmund abfahren. Doch die Bedingungen waren mit  Lawinenwarnstufe 3, zunehmend schlechte Sicht und ein steiler Nordhang nicht ideal. Nach kurzer Beratung entschieden wir uns für die sichere Variante und drehten auf der Südseite der steilen Zischgenscharte wieder um.

So ging es zurück zum Westfalenhaus und anschließend hinunter nach Lüsens. Dort wartete allerdings kein Bus – und unser Taxi sollte erst in einer Stunde kommen. Also improvisierten wir und fuhren kurzerhand per Anhalter nach Gries. Nach einer wohlverdienten Stärkung im Gasthof ging es schließlich mit Bus nach Innsbruck und von dort mit der Bahn sehr bequem im RJ direkt nach Rosenheim zurück. 

Der beste Pulverschnee in diesem Winter!

Text und Bilder: Harald Wettemann