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Sonnwend 2026 am Unterberghorn

Zum gemeinsamen Sommersonnwendausflug hatten sich auch dieses Jahr viele gemeldet, zu viele um alle einzeln zu nennen, aber machen wir es trotzdem ;-) Mit Dorit, Felix, Heike, Karin, Martin & Katalin; Robert, Stephan, Tabea und Sven standen wir am Ende alle oben am Kössener Horn und drehten uns im Kreis, um die umliegenden Signalfeuer zu bestaunen.  
Das Unterberghorn hatten wir vor einem Jahr schon im Visier, wo wir die Sommersonnenwende vom Wilden Kaiser aus betrachteten. An sich kein spektakulärer Berg, aber zentral gelegen zwischen Kaiser, den Loferern und Kitzbühler Gipfeln.  
Von Norden betrachtet ist das Unterberghorn ein Paraglider-Eldorado und eine Skitourenauftakt- bzw. -trainingspiste, für Steig- und Naturfetischisten eine verbaute, unschwere Wanderrampe mit geringem Anziehungspotenzial. Das stört aber so gar nicht, wenn man auf dem langen Weg über die Südseite hinaufsteigt und sich dort ungestört der wunderschönen Landschaft, dem kühlen Lüftlein das durchs Tal zieht und den Charme der Lackalm ergibt. Dort angekommen wartete eine wild, aufgeregte, abweisende Hündin und eine ruhig, zugewandete, nicht mehr ganz so wilde, Sennerin. Während der Wuff seine Zuneigung zu Dorit entdeckte, bekamen wir kellerkühle Kaltgetränke und anregende Geschichten zu hören. Zwischen ersten und zweiten Flaschengang schob die herzliche Bewirtschafterin noch kurz eine Melkpause für die paar ungeduldig wartenden Alpenfleckvieher (Michkühe) ein und dann waren wir schon wieder auf dem Weg zum Gipfel. Abwechslungsreich an einer Lacke vorbei, durch ein Wäldchen hindurch, über Latschenstock- und Steinpassagen hinauf, galt es immer gut steil einen Steig entlang das Unterberghorn zu erklimmen.  

Spät (16:00) gestartet haben wir uns auch spät in der Abenddämmerung (21:30) alle am höchsten Punkt dann eingefunden. Die Bergwacht war zahlreich auch schon da, aber nicht wegen uns, auch hier sollte es leuchten um den längsten Tag mit der kürzesten Nacht – diese Logik erscheint sich zwangsläufig zu ergeben – zu begehen.  
Mit Einzug der Dunkelheit wurden die Feuer entzündet und immer deutlicher zu erkennen. In der weitgehend klaren Nacht kamen die Sonnwend- oder auch Johanni- und Herz-Jesu-Feuer genannt, immer kontrastreicher zum Vorschein. Am Wilden Kaiser war auf einmal ein besonders heller Stern minutenlang zu sehen, der alle anderen Punkte überstrahlte. Romantiker, Mystiker und religiös ausgeprägte Menschen hätten dafür bestimmt ein eigenes Geschichtchen schnell parat, wir tippten auf eine Magnesiumfackel.  
Gegen 23:00 Uhr war es auch dann wirklich Nacht, wir hatten uns sattgesehen und gingen vom Gipfel mit unseren eigenen Leuchtmitteln (Stirnlampen) an den von der Bergwacht aufgestellten Feuertöpfen und -kerzen gen Tal. Ab dem Gipfelhaus startete die nun überaus willkommene Wanderrampe zu einem unschwierigen Ausklang eines beeindruckenden Tages mit einer nun – für uns – noch kürzeren Nacht.