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Grundkurs Hochtour an der Oberwalder Hütte

Die Vorbereitung

Mit der Zusage für den Grundkurs Hochtour war die erste Hürde genommen: Einer der begehrten Kursplätze war ergattert. Dass der Kurs so gefragt ist, sollte sich im weiteren Verlauf als absolut berechtigt herausstellen. Einige Wochen vor Kursbeginn begann die eigentliche Vorbereitung mit einem ersten Blick auf die Materialliste. Schnell wurde klar, dass für eine Hochtour einiges an spezieller Ausrüstung benötigt wird. Vieles war bereits vom Klettern bekannt, anderes völliges Neuland. Erfreulicherweise konnte ein Großteil der Ausrüstung ausgeliehen werden. Beim Vorbereitungstreffen mit den Trainern Marc, Patrick und Stefan sowie den 18 Teilnehmenden wurden alle offenen Fragen geklärt und die Gruppe lernte sich bereits kennen.

Tag 1 – Aufstieg zur Oberwalder Hütte (2.973 m)

Mit Vorfreude und Spannung ging es am Freitagmorgen los. Über die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe führte der Zustieg zur Oberwalder Hütte. Bereits unterwegs bekamen wir mit einem kurzen Klettersteigabschnitt einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Tage. Nach der Ankunft ließ das erste Praxisprogramm nicht lange auf sich warten. Bei den ersten Übungen zur Spaltenbergung wurde schnell deutlich, dass die nächsten Tage sowohl körperlich als auch technisch anspruchsvoll werden würden. Den Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen, bevor wir müde in unsere Schlafsäcke fielen.

Tag 2 – Die erste Hochtour auf die Hohe Riffl (3.338 m)

Nach dem Frühstück starteten wir mit kompletter Hochtourenausrüstung zur Hohen Riffl. Bereits nach kurzer Zeit waren wir in Seilschaften auf dem Gletscher unterwegs und konnten die am Vortag erlernten Grundlagen erstmals anwenden. Kurz vor dem Gipfel wurden wir mit einer beeindruckenden Aussicht belohnt, bevor die wohlverdiente Gipfelpause folgte. Nach dem Abstieg stand noch Knotenkunde auf dem Programm. Beim Abendessen wurden die Erlebnisse des Tages gemeinsam Revue passieren gelassen. Begeistert von den ersten Erfahrungen im hochalpinen Gelände fielen wir schließlich erschöpft in unsere Schlafsäcke.

Tag 3 – Üben, üben, üben

Nach der langen Tour am Vortag kam der Ausbildungstag genau richtig. In drei Gruppen arbeiteten wir verschiedene Kursinhalte durch. Neben dem Selbstretten aus der Gletscherspalte mit Mikrotraxion, Tibloc und Prusikschlingen übten wir das Gehen am Fixseil sowie die Spaltenbergung mit der losen Rolle. Ein besonderes Highlight war die realitätsnahe Simulation eines Spaltensturzes, bei der der Erste der Seilschaft tatsächlich über eine Gletscherkante steigen musste. Außer ein paar blauen Flecken blieb es bei viel Spaß und wertvollen Erfahrungen. Am Abend folgte noch ein Theorieblock zum Risikomanagement auf Bergtouren. Themen wie die 3×3-Regel, Wetter, Ernährung und Tourenplanung zeigten, wie viel Hintergrundwissen neben den praktischen Fähigkeiten zu einer sicheren Hochtour gehört.

Tag 4 – Johannisberg

Der vierte Tag war zweifellos der bergsteigerische Höhepunkt der Woche. Durch den frühen Start konnten wir auf festem Schnee Richtung Johannisberg aufsteigen. Inzwischen war die Gruppe so weit, dass wir uns mit der Führungsrolle in den Seilschaften abwechselten und selbst Verantwortung für Spurwahl und Tempo übernahmen.

Unterhalb des Gipfels teilten sich die Seilschaften auf: Ein Teil wählte den Normalweg, der andere den Grat. Am Ende erreichten alle den Gipfel und wurden mit einem beeindruckenden Panorama auf Großglockner und Großvenediger belohnt. Eine Seilschaft stieg anschließend über den Grat Richtung Hohe Riffl ab – eine abwechslungsreiche Mischung aus Schneegelände, Fels und kurzen Sicherungsstellen. Zurück an der Hütte wartete bereits ein Felsparcours mit Abseilen, Klettern in Bergschuhen und Übungen mit Steigeisen.        Den letzten Nachmittag ließen wir bei Strudel und Sonnenschein ausklingen, bevor wir den Kurs gemeinsam Revue passieren ließen. Besonders positiv blieb die harmonische Gruppe und die intensive Betreuung durch drei Trainer in Erinnerung.

Tag 5 – Abreise

Am letzten Morgen durfte etwas länger geschlafen werden. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Rückweg. Ein Wetterumschwung sorgte für harte Firnfelder, sodass das Gelernte zum Thema Abrutschen direkt praktisch angewendet werden konnte. Alle kamen sicher am Gamspfad an. Beim weiteren Abstieg blieb Zeit, die intensiven Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Unten angekommen verabschiedete sich die Gruppe – mit vielen neuen Erfahrungen, großartigen Erinnerungen und den ersten Ideen für die nächste gemeinsame Hochtour.