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„Hochtouren im Stubaital“:

Gleich mit der ersten Gondel der Stubaitaler Gletscherbahnen ging es zur Mittelstation und wir verließen dort, mit recht schweren Rucksäcken und 2 Seilen beladen, unter strahlend blauem Himmel das Gebiet der Landeshauptstadt Dresden. Die 509 km bis Dresden erschienen uns dann für 4 Tage doch ein wenig zu weit, deswegen machten wir uns auf den nicht weniger beschwerlichen Weg durch wildes Blockgelände und über den blanken Gletscher zur Lübecker Scharte. Dort begann ein langer Kletterspaß auf dem kompakten Blockgrat zum Wilden Freiger. Nach kurzer Gipfelrast rückte, dass nun langsam ersehnte Tagesziel, die Müllerhütte, in greifbare Nähe. Dort trudelten wir müde, aber glücklich, kurz vor dem Abendbrot ein, und wurden vom Wirt gleich mit einem Likör herzlich willkommen geheißen.

Nachdem wir auf der auf 3100m gelegenen Müllerhütte kulinarisch erstklassig verwöhnt wurden, wartete am nächsten Tag ein besonderes Highlight auf uns: Die Überschreitung des Wilden Pfaffs und die Besteigung des Zuckerhütl Westgipfels. Wieder eine rassige Gratkletterei mit satten 2-er Stellen und eine grandiose Fernsicht vom Wilden Pfaff. Danach ein kurzer „Gletscher Hatscher“, ein weiterer Gipfel mit dem Pfaffenkogel und dann weiter weglos auf den Westgipfel des Zuckerhütls, wo am Ende noch eine kurze Kletterstelle im 3.Grad auf uns wartete. Nach einer luftigen Ablassaktion hatten alle wieder festen Boden unter den Füßen und es ging wieder retour zur Müllerhütte, wo wir diesen schönen Tag genüsslich ausklingen ließen.

Am nächsten Tag wartete noch ein landschaftliches Schmankerl auf uns: von der Müllerhütte gings über den Gletscher, um das Becherhaus herum, Richtung Teplitzer Hütte. Der Pfad schlängelte sich immer den Berg herab, vorbei an roten Felsen, moosbewachsenen Platten, über kleine Bäche, vorbei an einer Vielzahl an blühenden Blumen, blickten wir schließlich verliebt auf den wunderschönen, smaragd grünen Herzl-See, dessen Anblick uns zu einer kuren Rast mit Fotoshooting einlud. Gestärkt stiegen wir nun wieder bergauf bis zur Rotgratscharte, dann hinauf zum Gipfel Roter Grat. Über den Verbindungsgrat ging es dann wieder Richtung Signalgipfel, wo wir jedoch vorher auf den Abstiegsweg zur Nürnberger Hütte abzweigten, wo wir die letzte Nacht verbrachten.

Am letzten Tag gab es unterschiedliche Bedürfnisse: ein Teil der Gruppe wollte die schönen Tage mit dem gemütlichem Frühstück und dem Abstieg von der Nürnberger Hütte ausklingen lassen und der andere Teil wollte bei herrlichstem Bergwetter mit dem östlichem Feuerstein noch einen weiteren Gipfel besteigen. So blicken wir erfüllt und staunend auf diese traumhaften Touren zurück und danken Viola Liegl, dass sie uns diese gemeinsamen Bergmomente ermöglicht hat.