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Klettersteigtraining in den Dolomiten

Vertikales Glück und eiskalte Erfrischungen

19.06.2026

Vom 19. bis 22. Juni 2026 tauschten wir den Alltag gegen Klettergurte und Steilwände. Unter der fachkundigen Leitung von Trainerin Viola Liegl machten wir uns bereits um 6:00 Uhr morgens auf den Weg nach Südtirol – wobei die erste strategische Pause für Koffein (Kaffee) natürlich obligatorisch war.

Tag 1 und 2: Aufwärmen und Notfall-Simulation
Der Einstieg gelang uns im Rondella-Klettersteig, den die Gruppe mit einer Mischung aus Freude und sportlichem Ehrgeiz bewältigte. Anschließend folgte ein Besuch in der „Steineren Stadt“. Trotz einer akustischen Kulisse aus Donnergrollen hinter dem Langkofel bewahrten wir die Ruhe und widmeten uns den technischen Aspekten: Abseilen nach der Schweizer Methode und die Kunst der Selbstrettung mittels Prusik-Schlingen. Wer also im Notfall nicht einfach nur dekorativ im Seil hängen möchte, ist nun bestens vorbereitet. Den Samstag krönten wir mit der Überschreitung des Plattkogels (2.964 m) und einer praxisnahen Demonstration des Körperhubs mit der Microtraction – quasi das „Aufzug-Training“ für Bergsteiger – bevor uns ein verdientes Vier-Gänge-Menü erwartete.

 

Tag 3: Gipfelglück und Atemlosigkeit
Der Sonntag stand im Zeichen des Pößnecker Klettersteigs. Die Route war abwechslungsreich, die Stimmung exzellent und der Aufstieg zum Piz Selva (2.940 m) ein Genuss. Dass wir oben sprachlos waren, lag vermutlich zu gleichen Teilen an der körperlichen Erschöpfung und dem grandiosen Panorama. Über den Piz Miara (2.964 m) führte uns der Rückweg zurück in unser Quartier, das Rifugio Carlo Valentini am Sellapass.

Tag 3: Der Klassiker und die „Kältetherapie“
Zum krönenden Abschluss am Montag griffen wir den wohl bekanntesten Steig der Region an: den Pisciadu-Klettersteig. Bei traumhaftem Wetter und einer Gruppe, die trotz der vorangegangenen Tage immer noch gute Laune versprühte, erreichten wir die Hütte. Dort gönnten wir uns eine Erfrischung im „Infinity-Pool Lago di Pisciadu“ – wobei „Erfrischung“ in diesem Fall ein Euphemismus für eine eiskalte Schocktherapie war.

Fazit:
Wir traten die Heimreise glücklich, zufrieden und mit einem deutlich erweiterten technischen Repertoire an. Ein herzliches Dankeschön an Viola für die tadellose Organisation und die geduldige Vermittlung des Wissens. Die Dolomiten waren gnädig, das Training effektiv und die Gesellschaft unbezahlbar.

Martina Strobl